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The Messenger

Lesezeit etwa: 2 Minuten, 57 Sekunden

The Messenger

- Review -

Obwohl man ja als Switch-User mittlerweile wöchentlich regelrecht von Rougelikes und (Neo) Retro Zocks erschlagen wird, gehen Spiele mit folgenden Themen bekanntlich immer:

- Spiele, in denen man Nazis killt.
- Spiele, in denen man einen Nazi spielt und dann gekillt wird.
- Spiele, in denen man die Frau eines Nazis spielt, einen farbigen Blues Sänger vögeln kann und dann den Nazi killt.
- Spiele, in denen man Affen, Igel oder Katzen spielt.
- Spiele, in denen man Frauen erklären muss, dass sie, wenn sie sich beim Bachelor respektive einer RTL Show anmelden, auch gleich auf den Strich gehen können.
- Spiele, in denen man fette Italiener spielt, die auf arme Schildkröten hüpfen.
- Spiele, in denen man muskulöse Vokuhila-Kommandos spielt.
- Spiele, in denen man Ninjas spielt.

In die letzte Kerbe fällt dann auch The Messenger. Schon der erste Trailer ließ uns dank schnuckeliger Pixelgrafik und Chiptune-Mucke den Corpus Cavernosum durchbluten und nun ist das Ding endlich auf der Switch draußen. Das Ganze sieht zunächst mal sehr frech wie die ersten 8Bit Ninja Gaidens aus; also lange bevor Ryu Hayabusa in Lack und Leder-Outfit schmachtende Manga-Miezen beeindruckte.

Egal ob (toll gepixelte) Zwischensequenz oder der Ninja-Run mit Schwert an der Hand- man merkt zu jeder Sekunde, das hier echte Fans am Werk waren. Dennoch versteht sich The Messenger nicht nur als Ninja Gaiden-Hommage und bricht nach einer gewissen Spielzeit mit dem linearen Level-Aufbau. Dann habt ihr auf einmal ein Metroidvania samt Backtracking und allem was dazugehört. Mir persönlich hätte der lineare Aufbau der Level gereicht und das sowas heute noch gut funktioniert sieht man ja bei Shovel Knight.

Trotzdem verfällt man dem Spiel schon im Startbildschirm und wenn dann noch mittels Dimensionsportal zwischen 8-und 16Bit Artstyle gewechselt wird, ist der User im siebten Retro-Himmel. Es ist einfach wunderschön, wie sich Grafik UND Sound von Nes plötzlich zu Super Nes wandeln und passt wunderbar ins Spiel. Ein weiterer positiver Aspekt ist der gelungene Humor. Egal ob hämischer Dämon, der Euch verspottet oder ein zynischer Händler, der mit Anspielungen rund um die Popkultur um sich wirft- so richtig ernst nimmt sich das Spiel eigentlich nie.

The Messenger steuert sich punktgenau, was ja gerade bei Jump n Runs sehr wichtig ist. Selbst komplexe Manöver wie das Cloudstepping gelingen sofort und so fetzt ihr trotz manch kniffligen Passagen lässig durch die Level.

Kritikpunkte könnte ich jetzt nach mehreren Stunden Spielzeit keine ausmachen; der Preis von knapp 20 Euro mag vielleicht den einen oder anderen User abschrecken aber wer in einschlägigen Second Hand-Spelunken 300 Euro für ein Snes-Spiel ausgibt, welches damals schon scheisse war, der darf auch mal im eShop ein Gamer-Hipster Auge zudrücken.

Bleibt noch der Sound. Gute Chiptune-Scores gibt es ja mittlerweile in genügend aktuellen Zocks und selbst Grandmaster Hülsbeck hat auf der GC einen neuen Turrican-Chiptune-Track vorgestellt. Der Sound von The Messenger knallt sofort rein und im Gegensatz zu manch seelenlosen Orchester-Pomp erfreuen wir uns hier an schmissigen Melodien und toll getricksten Instrumenten. Man kann nur hoffen, das recht schnell eine Retail-Sammler-Edition samt Soundtrack CD angeboten wird und zwar im Idealfall nicht von Limited Run Games samt seiner Reseller-Huren-Zielgruppe.

The Messenger bekommt eine klare Kaufempfehlung und ist für mich gleichzeitig nach Bloodstained-Ritual of the Night ein weitere Anwärter auf das (N)Indie Spiel des Jahres. Es flutscht, sieht toll aus und hört sich noch toller an; wer auf solche Games steht, saugt sich das Spiel. Aber ihr habt ja recht- wer heute noch auf solche Spiele steht, liest sich ganz bestimmt keine Artikel von irgendwelchen Spieletester-Schmendricks durch und zockt das Ding schon längst. 😉

Dem Rest sei es uneingeschränkt ans Herz gelegt und nun hoffen wir mal, möglichst bald eine Signature Edition von The Messenger zu erblicken. Dieser Titel hätte es mehr als verdient. In diesem Sinne; frei nach Vanilla Ice: Go Ninja, Go Ninja, Go!!!

Viel Spaß ihr kleinen Grashüpfer!

Euer Mark
aka
Kemosabe X




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