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Blaz Blue Cross Tag Battle, Effektwahnsinn für den Hybriden

Lesezeit etwa: 4 Minuten, 49 Sekunden

Marken-Fight mal anders!
 
Wenn das Studio Arc System Works ein Fightgame veröffentlicht, sollte man davon ausgehen, dass es bunt, laut und gut spielbar sein müsste. Vier verschiedene Spiele-Brands treffen hier aufeinander. Namensgeber ‚Blaz Blue‘, das RPG ‚Persona 4‘, welches ebenfalls schon als Kampfspiel von ArcSys umgesetzt wurde, der Vampirprügler ‚Under-Night In-Birth‘ und das Onlinemultiplayerspiel ‚RWBY‘. Als Beat‘em Up Freund stürze ich mich auf so ziemlich jedes neue Game in dem Genre und mit Vorliebe auf die Werke um Daisuke Ishiwataris Team. Ob der überladene Marken-Clash für die Switch den nötigen Esprit mitbringt, werde ich hier für euch klären.
 
Zunächst wird der Content gecheckt. Ihr bewegt euch, ähnlich wie bei ‚Dragon Ball FighterZ‘, in einer HUB-Lobby. Von dort aus könnt ihr die verschiedenen Segmente des Spiel ansteuern, alternativ auch einfach per Menü anwählen. Zudem dürft ihr online mit anderen Spielern agieren. Ihr könnt chatten, kleine Tänzchen aufführen oder natürlich die Anderen herausfordern, um die Fäuste und Waffen im Effektgewitter untergehen zu sehen. Das Game wird in vier Sparten unterteilt, Offline, Online, Customize und Options. Im Offline-Teil findet ihr den Storymode, den VS-Mode, Training usw. Schmerzlich vermisse ich hier einen Arcade-Mode. Man sollte aus den Fehlern der Konkurrenz gelernt haben (...ja, ich schiele in deine Richtung ‚Street Fighter V‘). Scheinbar aber nicht. Einen Acardemode empfinde ich als wichtig, um ein paar zwanglose Fights gegen die CPU machen zu können, gehört einfach dazu. Der Online Part umfasst, wie schon erwähnt, die Online-Lobby, den Entry, Rankt-Matches und die Möglichkeit einen Raum für Fights zu erstellen und natürlich auch zu suchen. Im Custom-Mode pimpt ihr eure Anime-Mietzen und androgynen Haudegen mit Farbensets. Außerdem gibts‘ einen Shop, der euch für Ingame-Währung Lobby-Charaktere, Farbensets und andere optische Veränderungen für die Menüs und eure Kämpferprofilkarte ergattern lässt. Die Optionen sprechen für sich, hier stellt ihr alles rund ums‘ Spiel ein. Die Prügelknaben und -mädels treten erst mal mit 20 Charakteren auf die Bühne. Durch den Erwerb eines Season-Passes könnt ihr im Laufe der nächsten Monate noch mal 20 neue Fighter dazubekommen. Ist leider gängige Praxis heutzutage. Trotzdem gibt die Startauswahl einiges her und ermöglicht euch mit genug Inhalt, richtig loszulegen.
 
Die findigen Japaner habens‘ doch irgendwie geschafft, vier unterschiedliche Steuerungskonzepte der einzelnen Spiele unter einen Hut zu bringen. Die Button-Belegung wurde minimiert und die Move-Palette darauf angepasst. Für mich als erfahrener Blaz Blue-Spieler war es anfangs etwas ungewohnt, dennoch bin ich nach ein paar Minuten im Training-Mode gut klar gekommen. Besonders Neueinsteiger sollen hier ebenfalls Spaß haben und nicht mit überkrassen Tastenkombinationen vergrault werden. Für selbige gilt das Stichwort Auto-Combo. Durch das wiederholte Drücken der Angriffstasten pfeffern die bunten Krieger ihren Gegnern so manche heftige Kombination vor den Latz. Keine Sorge, es ist trotz diesem Feature kein Button-Masher und durch gezielte Eingabe eurer Movements erreicht ihr immer noch am meisten.
 
Die Besonderheit ist der im Titel enthaltene ‚Tag Battle‘. Ihr seid immer in Zweier-Teams am Start. Wie auch in anderen Genre-Kollegen, zum Beispiel bei...so ziemlich allen Mash-Up-Prüglern, wird durch einen Tastendruck euer Mitstreiter entweder einen Strike-Move (Unterstützungsangriff) ausführen oder ihr tauscht durch längeres Drücken der Taste die Kämpfer aus. So ergeben sich coole taktische Manöver und ihr könnt ziemlich viel Finesse aus den Fights kitzeln. Nach dem Wechsel füllt sich die HP-Leiste des ausgetauschten Charakters bis zu einem angezeigten Punkt wieder auf. Ansonsten gibst Dashes, Cancels, Throws, Team-Combos, Special- und Super-Moves und und und, also alles was ein gutes Beat‘em Up ausmacht, nur eben nicht zu komplex.
 
Der Story-Mode beinhaltet vier Episoden zu jedem der einzelnen Franchises. Ihr bekommt einen Hauptcharakter der jeweiligen Serie zugeteilt. Mit eurem Hero werdet ihr dann immer wieder mit den unterschiedlichsten Individuen der einzelnen Marken in Tag-Teams zusammengewürfelt und müsst euch euren Weg durch die Geschichte kämpfen. Die Story ist witzig erzählt und hat mich oft zum Lachen gebracht. Da die einzelnen Fighter ihrem Charakter entsprechend aufeinander reagieren, wirkt manches davon ist sehr überzogen und zum Brüllen komisch. Die Präsentation des Spektakels ist in öden Standbildern dargestellt. Ganz ehrlich, buuuuuh! Gerade von den genialen Zeichnern von ArcSys hätte ich mir bei so einem Mash-Up mehr gewünscht. Da machen Konkurrenzprodukte wie ‚Marvel vs Capcom: Infinite‘ oder ‚Injustice 2‘ vor, wie so was aussehen könnte. Sogar die hauseigene ‚Guilty Gear Xrd‘-Reihe hat einen echt fein animierten Story-Modus. Also warum Isiwatari-San, waaaaruuuum!?
 
Das Onlineplay hat bis auf zwei Ausnahmen sehr gut geklappt. Einmal wurde ich einfach aus dem Kampf geworfen und bin wieder in der Lobby gelandet. Beim zweiten Mal ist keine Verbindung zustande gekommen und ich bin im Ladebildschirm des Online VS-Modes hängengeblieben. Ein Stabilitäts-Patch seitens Arc System Works sollte das Loch flicken. Auch Herausforderungen in der HUB-Lobby haben einwandfrei funktioniert. Bisweilen habe ich auch keine Probleme mit Lags gehabt. Sollte bei so einem Game auch nicht passieren.
 
Technisch kommt der Prügler mit dicker Brust ums‘ Eck. Zwar hat er nicht die enorme Detailverliebtheit eines ‚richtigen‘ Blaz Blue, aber die Hintergründe sowie Kämpfer sehen dennoch sehr gut aus und tragen den Stil des hauseigenen Arc-System-Flairs auf wehenden Fahnen. Im Dockt-Modus gibts‘ hier und da ein paar Sägezahnkanten. Das Ganze sieht dank dem extremen Effekthagel trotzdem echt spektakulär aus. Im Handheld-Mode kommt das Geschehen knackscharf daher, definitiv bis jetzt, das schönste Fightgame für unseren kleinen Hybriden. Noch ein paar Tipps zur Bedienung. Am Besten lässt sich ‚Blaz Blue Cross Tag Battle‘ mit dem Pro-Controller genießen. Alternativ gibt es für Pros und alle, die es werden wollen, einen Fightstick von Hori oder günstige Thirdparty-Controller für die Switch. Im Handheld-Modus ist das Spiel aufgrund des ungelenken Joy-Con-Steuerkreuzes sehr fricklig zu spielen. Das Ding ist einfach nicht für Prügel-Games geeignet.
 
Rundum ist ‚Blaz Blue Cross Tag Battle‘ ein gelungenes Mash-Up verschiedener Marken, das mit abwechslungsreichen Kämpfern und trotz einsteigerfreundlicher Bedienung genug Tiefe bietet, um auch Pros stundenlang vor die Mattscheibe zu fesseln. Der fehlende Acarde-Mode liegt mir wie ein Stein im Magen und wird durch den umfangreichen und witzig erzählten Story-Mode nur teilweise ausgeglichen. Dennoch kann ich jedem das Teil ans Herz legen, der gerne Fightgames am liebsten zu zweit spielt und nicht viel mit der Switch unterwegs ist, da die Moveingabe besser mit einem Controller erfolgen sollte.
 
The weel of fate is turnig...euer Tim aka Dr.Agon
 
 



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