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State of Mind, Daedalics Antwort auf Bladerunner

  • By DrAgon
  • Veröffentlicht: 17.08.2018 12:06:18
  • 0 Kommentare

  • Zuletzt bearbeitet am: 17.08.2018 15:23:22 von DrAgon
Lesezeit etwa: 3 Minuten, 32 Sekunden

Cyber-punktueller Mindfuck!

Dystopisches Setting - Check! Mürrischer Hauptdarsteller - Check! Neonfarben - Check! Synth-Wave-Sounds - Check! Roboter und mit Kybernetik augmentierte Menschen - Check! Somit ist alles enthalten, was ein typisches Cyberpunk-Game ausmacht! Halt stop, es fehlt noch die Verschwörungsgeschichte rund um einen großen Konzern mit Saubermann-Image, der den Leuten vorgaukelt, ohne sie könnte man nicht mal Essen in die richtige Körperöffnung stopfen.

State of Mind habe ich als großer Fan der obengenannten Zutaten schon eine ganze Weile auf dem (Cyber-)Schirm. Umso größer war die Freude, als unser Head Mark auf die Schnelle jemanden gebraucht hat, um das Spiel der deutschen Schmiede Daedalic auf Herz und Nieren zu überprüfen.

Es ist ein echt beschissener Tag im Leben von Richard Nolan, seines Zeichens Journalist und absolut kein Freund des Fortschrittes, der den Menschen in der nahen Zukunft den Alltag erleichtert, worüber er sich in seinen Artikeln immer wieder auslässt. Es ist das Jahr 2048 in Berlin, ja ein deutsches Cyberspektakel. Nach einem Unfall, bei dem er grad so überlebt hat, wacht der Gute im Krankenhaus auf. Als er Zuhause ankommt, ist seine Frau und sein Sohn verschwunden und sein Arbeitsplatz ist mal so eben wegrationalisiert worden. Das stinkt nach „hier stimmt was nicht“ und Richard beginnt seine Recherche. Später schlüpft ihr noch in die Rolle von Adam Newmann und erlebt die Geschichte parallel aus seinem Blickwinkel. Das Geschehen switcht (...man beachte das Wortspiel, LOL) an bestimmten Punkten von einem Charakter auf den anderen. Später dürft ihr sogar nach belieben wechseln, um die Story voranzutreiben. In Adams Teil des Spiels sind Datenfragmente vertstreut welche ihr sammeln müsst, die ungemein wichtig sind für die Auflösung der futuristischen Schnitzeljagt. Zusätzlich erfahrt ihr mehr über die Verbindung der Protagonisten.

Ich werde euch hier nichts vorweg nehmen. Die Geschichte ist der zentrale Kern dieses Cyberpunk-Thrillers und wenn die Jungs und Mädels von Daedalic für eines bekannt sind, dann für gutes Storytelling. Lasst euch aber gesagt sein, es ist packend geschrieben. Je mehr ihr aufdeckt, desto mehr Fragen kommen auf und gerade wenn ihr denkt, “hab ichs doch gewusst“, bekommt ihr vom Spiel das Gegenteil serviert - ich liebe sowas, geiler Scheiß!

Euch erwartet hier ein Point and Click-Hybrid. Soll heißen, ihr steuert Richard oder Adam mit den Analogsticks, per Tastendruck eures Controllers sammelt ihr Dinge und interagiert mit der Umgebung im Stil des Genres. Keine Sorge, es steht immer genau dran, was ihr tun oder nicht tun könnt. Mr. Nolan besitzt zudem einen Kommunikator, der euch mit anderen Menschen in Hologrammform telefonieren lässt. Natürlich gibts auch ein Inventar, in dem ihr eure gefunden Gegenstände für Rätsel und andere Aufgaben verstauen könnt.

Die Rätsel und Aufgaben sind recht vielfältig, aber nie zu schwer. Zum Beispiel bittet ihr einen Freund um die Entschlüsselung eines Memorychips. Hier müsst ihr dann Bildfragmente wiederherstellen, die optisch zueinander passen. Später seid ihr in einem Nachtclub und müsst mit der Lichtanlage Überwachungsdrohnen der Polizei mit einem Laser blenden, um sie unschädlich zu machen. Die kleinen Auflockerungen sind ganz nett und verleihen dem Game so etwas Abwechslung. Später im Spiel gibts schon mal die eine oder andere Kopfnuss, um eure Denkmurmel etwas anzuregen.

Der Stil trifft absolut meinen Nerv. Der Lowpoly-Look ist fein ausgearbeitet und in dieser Form habe ich ein Cyberpunkspiel auch noch nicht gesehen. Typischerweise erwarten euch Neonfarben, Leuchtreklame, düsteres Regenwetter und sehr feiner Synth-Wave-Sound. Der Gegenpol dazu sind die Adam-Sequenzen. Hier erwartet euch die Happy-Tralala-Zukunftsversion einer Stadt mit schönem Wetter. Tolle Lichtspielereien oder Wettersituationen prägen das Ambinente des virtuellen Ausflugs in das Berlin der Zukunft. Gerade aber der Sound trägt wie in den Bladerunner-Filmen ungemein zur Stimmung bei.

Technisch macht Daedalics Cyberausflug eine solide Figur. Die Steuerung geht in Ordnung, manchmal zicken Richard & Co. etwas rum, wenn sie enge Kurven laufen müssen, das nervt ein wenig. Ansonsten macht die Steuerung, was sie soll. Optisch kommt der Thriller gut rüber. Ich hab das Game auf einem 4K-Fernseher gespielt. Das Bild wird schon arg hochskaliert, sieht aber noch gut aus. Dabei entstehen hier und da kleine Sägezahnkanten und etwas Flimmern bei sich schnell bewegenden Dingen. Im Handheldmodus spielt die Optik ihr volles Potential aus und trumpft mit sauberen Kanten und satten Farben auf. Mit Kopfhörern taucht ihr dann noch richtig tief in das „German Bladerunner“ ab.

Wer keinen Action-Titel alá Deus Ex erwartet und Bock auf einen echt gut geschrieben Cyberpunk-Thriller mit Twist- und Mindfuckfaktor hat, ist bei Daedalics State of Mind gut aufgehoben. Der Lowpoly-Stil kommt gut und der Sound trägt die Atmo ganz hervorragend durchs Spiel. Lediglich die Controller-Steuerung der Charaktäre hätte etwas mehr Feinschliff vertragen können.

Cybermatrix on...euer Tim aka Dr.Agon




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