IGI SWITCH


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ICEY

Lesezeit etwa: 2 Minuten, 29 Sekunden

Neonfarbenes Schwertgewitter!

Wenn ich Highspeed-Sword-Action sehe, ist meine Neugier geweckt. Dann kann ich nicht anders, als Combos in mein Gamepad zu hacken, um die virtuellen Gegner im Klingenregen meines Schwertes untergehen zu sehen. So auch bei ICEY.

Das chinesische 2D-Hack‘n-Slay-Game bedient sich einer Erzählerstimme, die Story- und Wegweiser zugleich sein soll. Die Idee kennt man aus Spielen wie „The Stanley Parable“ oder „Bastion“. Das Wichtigste bei diesem Stilmittel ist, darauf zu achten, dass der Spieler mit einer sympathischen und charismatischen Stimme durchs Abenteuer geleitet wird. Die englische Version des Märchenonkels von ICEY klingt wie Tafelkratzen in meinen Ohren, weshalb ich die Labertasche nach 10 Minuten durch die japanische Vertonung in den Optionen ersetzt habe. Da ich dem Japanisch leider nicht mächtig bin, ist es gut, das Erzählte als Untertitel auf dem Screen lesen zu können.

Die Geschichte des Action-Titels dreht sich um existenzielle Fragen. Folge ich blind Befehlen und mache, was der Erzähler mir aufträgt, oder gehe ich meine eigenen Wege, um ans Ziel zu gelangen. Je nach dem wie ihr euch in bestimmten Situationen entscheidet oder welche Richtung ihr in den Levels einschlagt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um ans Ende zu gelangen. Wirklich großen Einfluss auf das Spiel nimmt das Ganze nicht. Ihr werdet in den meisten Fällen nur Reaktionen von der Stimme aus dem Off bekommen. Ganz selten sind auch mal andere Routen oder Geheimräume eure Belohnung für die Befehlsverweigerung.

Protagonistin ICEY und die Gegnerschar wirken etwas deplatziert in den handgezeichneten Levels. Die Charaktermodelle sind schön detailliert gestaltet und stecken voller Besonderheiten. Hingegen kommt mir der Background an einigen Stellen vor wie eine Bühnenkulisse aus dem Theaterstadl. Durch schöne Lichtspielereien, leuchtende Farben und heftige Effekte werden diese Makel an anderen Stellen optisch gut kaschiert.

Das Gameplay ist erste Sahne. Die mechanoide Heldin filetiert ihre zusammengeschraubten Gegner mit ihrer neonfarbenen Klinge regelrecht. Ob am Boden oder in der Luft, eure Feinde sind nicht vor der Schwertschwingerin sicher. An den Checkpoints in den einzelnen Arialen dürft ihr im Kampf gewonnenes oder in Verstecken gefundes Geld ausgeben. Hier warten viele Fähigkeiten und Combos darauf, das Mechmädchen zur blitzschnellen Kampfmaschiene zu machen.

Doch es gibt auch ein paar Wermutstropfen in der geschmeidigen Performance des neonleutenden Klingentanzes. Bei hohem Gegneraufkommen gerät eure blecherne Lady schon mal in Bedrängnis, so dass ihr als Jonglierball eurer Widersacher endet. Das Pariersystem funktioniert nicht immer so präzise, wie es sein sollte. Durch rechtzeitiges Drücken der A-Taste könnt ihr ausweichen. Dreschen zu viele feindliche Robos gleichzeitig auf euch ein, ist diese Form der Verteidigung so gut wie nutzlos. Hierbei solltet ihr darauf achten, einfach mit der Dash-Funktion viel auszuweichen, um nicht ständig den Game-Over-Screen sehen zu müssen.

Die Sounduntermalung erinnert stark an japanische Spiele. Stimmungsvolles J-Pop-Gedudel treibt einen durch die bunten Theaterkulissen der Roboterjagd.

Unterm Strich bin ich recht angetan von dem chinesischen Schwertabenteuer, auch wenn ich an einigen unfairen Stellen am liebsten meine Switch an die Wand geworfen hätte. Gleichzeitig facht es meinen Ehrgeitz an und ich will die Gegnerschaft mit immer noch abgedrehteren Chain-Combos auf den Schrottplatz verbannen. Das Spiel kann ich jedem empfehlen, der Gameplay alà Vanillaware mag und was für schwertschwingende Anime-Mädels mit Hang zur Befehlsverweigernung übrig hat.

Das bunte Geschnetzel gibt es für 8,39,-€ im E-Shop eurer tragbaren Hybridkonsole.

Slice and dice....euer Tim aka Dr.Agon.



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