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The Last Door: Complete Edition

Lesezeit etwa: 5 Minuten, 14 Sekunden

The Last Door: Complete Edition

-Review-

Ich schreibe diese Zeilen mit zittriger Hand und versuche den Horror, der mich befallen hat auf Papier zu bringen. Doch Worte können das Geschehene kaum beschreiben und es fällt mir schwer nicht dem Wahnsinn zu verfallen, während ich versuche dem grauen eine Art Form zu geben.

Zum ersten Mal hörte ich von „The Last Door“ als ich versuchte ein Spiel in diesem neumodischen Windows Store zu finden. Ich war einer der verirrten Seelen, die sich eines dieser verfluchten Windows Telefone gekauft hatte. Neben allerlei billigen Kopien von bekannten Werken, stieß ich auf ein mir gänzlich unbekanntes Produkt. Dieses wurde von einigen mir unbekannten Investoren aus teilweise fremden Ländern auf einer mystischen Seite Namens Kickstarter finanziert.

Unter den schaurigen Bildern, die mir einen Eindruck des Werkes vermitteln sollten, waren unzählige Lobpreisungen zu finden, die fast schon euphorisch anmuteten.

Mein Interesse war geweckt und ich lies mich zu einem Kauf hinreißen. Innerhalb weniger Augenblicke lag das Werk vor mir und bettelte erforscht zu werden. In den folgenden Tagen verfiel ich einem regelrechten Wahn. Ich konnte „The Last Door“ kaum noch aus der Hand legen. Obwohl die enthaltenden Zeichnungen grob, ja fast primitiv wirkten, strahlten sie eine unglaublich bedrückende und bedrohliche Atmosphäre aus. Die Musik, die von dem Werk ausging, stand in heftigem Kontrast zu den Bildern. Sie war weit weniger primitiv und manchmal dachte ich ein kleiner Mann säße im inneren des Kastens und zauberte diese seltsam schönen Melodien.

Nachts verfiel ich in fiebrige Träume, in denen mein Geist versuchte, Lösungen für die Rätsel zu finden die mir „The Last Door“ auferlegte. Und auch wenn ich in Werken von Gilbert oder Winnick komplexere Rätsel vorfand war ich oft kurz davor aufzugeben. Aber die erzählte Geschichte ließ mich nicht los und ich wollte tiefer und tiefer in den Wahnsinn vordringen, der sich vor meinen Augen abspielte. Es war als hätten Lovecraft und Poe ein unheiliges Werk erschaffen, das vor meinen Augen lebendig wurde.

Das Ende der Geschichte ließ mich erschüttert zurück und mein Verstand versuchte lange das Erlebte einzusortieren. Über die folgenden Jahre sollte mich das Werk immer wieder in seinen Bann ziehen. Es wollte mich einfach nicht gehen lassen. Zunächst tauchte es nur imaginär auf, als hätte es meinen Verstand vergiftet. Oft ohne jede Vorwarnung tauchten die grauenhaften Bilder und die schrecklich schöne Musik in meinem Kopf auf. Immer und immer wieder wollte mich das Werk wieder zurück in seinen Bann ziehen. Und so beschloss ich das Werk auszulöschen und von meinem Telefon zu verbannen.

Für eine Weile war ich frei. Mein Geist wandte sich wieder den schönen Dingen im Leben zu und die Erinnerung an die grausame Geschichte rund um Jeremiah Devitt begann zu verblassen.

Als mein Telefon kurz darauf noch einem Defekt erlag, schien es als wäre der Fluch endgültig hinter mir.

Damals wusste ich noch nicht, dass mich das grauen kurze Zeit später wieder einholen sollte. Es geschah an einem regnerischen Abend im September, kurz nachdem ich mir ein neues Telefon erstanden hatte. Dieses Mal war ich jedoch dem Ruf des Androiden gefolgt und hatte mich gegen Windows entschieden. Der Abend war fad und das Wetter deprimierte mich. Draußen tanzten die Bäume einen grotesken Tanz im Wind, während ich durch den Goggle Playstore blätterte. Und da war es wieder. „The Last Door“…..es hatte mich auch hier gefunden. Zunächst widerstand ich ihm und ich versuchte mich mit anderen diabolischen Werken wie Candy Crush oder Angry Birds abzulenken. Doch mein Verstand war schon lange wieder mit den Bildern angefüllt, die ich längst vergessen geglaubt hatte. In einem schwachen Moment griff ich abermals zu. Und auch diesmal zog mich das Werk wieder sofort in den Bann. Die Geschichte rund um den Tod eines Freundes, eines verfluchten Kultes und dem unbekannten Etwas ließen mich abermals nicht los und ich verfiel wieder dem Wahnsinn. Auch wenn ich dieses Mal die Rätsel schnell gelöst hatte, wollte mich die eigenartige, ja fast groteske Schönheit nicht loswerden. Die fremde Musik strömte wieder durch meine Ohrhörer und ich war gefangen. Gefangen in diesem wundervollen Albtraum.

Dennoch gelang es mir mich nach einigen Tagen wieder loszureißen. Ich hatte sämtliche Kapitel der Schauermär abermals hinter mich gebracht und beschloss nun, dass es Zeit ist die Geschichte für alle Zeit ruhen zu lassen. Die Erinnerungen verblassten abermals und mein Leben nahm nach diesem kurzen Ausflug in den Wahnsinn wieder geregelte Formen an.

Doch nun am heutigen Abend, an dem ich diese Zeilen versuche auf Papier zu bringen, ist der Horror abermals zurück. Ich erhielt eines dieser neumodischen elektronischen Telegrame von einer gewissen Stéphanie. Die Nachricht enthielt eine Art Code. Zahlen und Buchstaben wie von einem wahnsinnigen zu Papier gebracht. Stéphanie bat mich diesen Code in ein modernes japanisches Entschlüsselungsgerät einzugeben, das ich mir vor einiger Zeit in einem kleinen verschrobenen Geschäft meiner Heimatstadt gekauft hatte. Und bei Gott und allem was heilig ist ich sollte bereuen was nun geschah. Das Gerät nahm den Code mit einem freudig wirkenden Geräusch an und sofort begann es damit sich mit der Zwischenwelt zu verbinden. Und dann erschien es auf dem Bildschirm. „The Last Door: Complete Edition. Es hatte mich wiedergefunden. Es spricht wahrscheinlich für die Qualität des Werkes das ich sofort die „A“ Taste meines Geräts betätigte, um wieder in den Wahnsinn abzutauchen. Oder war etwas anderes? War es etwas Böses, etwas nicht von dieser Welt, etwas das mich für immer in seiner Macht haben wollte?

Das Werk hatte nun eine neue Dimension gewonnen. Ich konnte es nun auch auf meiner neumodischen Leinwand wiedergeben und die Klänge schallten nun durch das ganze Haus. Es war nun egal ob ich mich auf Reisen oder in der eigenen Behausung befand……der Wahnsinn war nun überall. Es gab kein Entrinnen mehr. Ich war nirgendwo mehr sicher. Ich war verloren.

Und so beende ich diesen Bericht mit einer Warnung. Sollten sie auf „The Last Door: Complete Edition“ stoßen…….nehmen sie sich in Acht. Dieses Werk wird sie verschlingen und nicht mehr loslassen bis der letzte Pixel über ihre modernen Leinwand huscht.

Es wird sie mit seiner wundervollen Musik bezaubern und sie mit seiner Geschichte nicht mehr loslassen.

Lassen sie sich verschlingen….tun sie es. Es macht Spaß. Vertrauen sie mir, denn es findet sie sowieso!

Es grüßt sie ergeben, ihr

David Maihöfer aka DADA



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