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Gunlord X

Lesezeit etwa: 3 Minuten, 50 Sekunden

Gunlord X

- Review -

Ja, es gibt so einige Exportprodukte, auf die wir Deutsche tatsächlich stolz sein dürfen. Und während ich mir immer noch überlege, ob in diesen Zeiten die Worte stolz und Deutsche in einem Satz gut harmonieren, denke ich an die tollen Dinge, die wir der Welt bescheren: Schnittige Autos, literarische Meisterwerke, zeitlose Musik und vor allem gutes Essen. Sicher, ebenso unlustige wie aufgedrehte Comedians, Rechtspopulisten und schlechte Filme nagen stetig am Pluskonto, aber dennoch sind wir doch in einigen Dingen ganz gut dabei.

          
Das gilt schon seit Dekaden auch für Computer- und Videospiele. Unzählige Topspiele kamen und kommen aus deutschen Landen und wenn wir uns dann nicht gerade auf respektive dank selbstbeweihreuchernden Computerspielegalas ins Fremdschämnivana ballern, können wir tatsächlich ein gewisses Selbstbewusstsein hinsichtlich „unserer“ Games zeigen.

Und so spanne ich den Bogen zu DEM deutschen Actionhelden, der die User seit Ende der 80er mit wirklich spannenden Abenteuern versorgt hat. Ein cooler Retter des Universums; laut, brachial und bestückt mit allerlei Waffensystemen, tollen Fähigkeiten und enormer Manneskraft. Wer jetzt an Ralf Richter denkt, liegt per se auch richtig; ich meine aber (leichten Trommelwirbel bitte):Turrican! 

Doch wie bei so vielen Actionhelden ist nach ein paar Film…äähm Spielen Schluss und die darbende Fangemeinde ist mittlerweile entweder tot, oder hat es beinahe aufgegeben, an eine Rückkehr zu glauben. Doch gibt es dermaßen findige Fans, die diese Umstände nicht gelten lassen wollen. Und anstatt wie der Großteil der Jammerlappen nur über den Tastaturen zu brüten, zu flennen und zu betteln, schließen sich diese Haudegen zu einer Company zusammen und basteln geradewegs ihren eigenen Turrican. Diesen nennen sie dann Gunlord, bringen ihn ausschließlich auf Systeme, die nur Typen Mitte 30 bis Anfang 50 haben und klopfen sich zu Recht auf die kreativen Schultern.

Irgendwann beschließt dieses sympathische kleine Team dann aber doch, auch den Rest der Welt an „ihrem“ Turrican teilhaben zu lassen und bringt Gunlord mit dem Zusatz X auf unsere geliebte Nintendo Switch. Und da die Typen alles andere als faul sind, belassen sie es nicht nur beim coolen Buchstabenanhängsel, sondern packen noch ein paar Leckereien aufs Gunlord-Butterbrot.

          

Am Spielprinzip hat sich freilich nichts geändert. Turrican Fans werden ein unruhiges weil seltenes Zucken in der Leistengegend vernehmen, wenn plötzlich das Gunlord Sprite lässig animiert durch die direktionalen Stages hüpft. Diamanten zum Aufsammeln, versteckte Item Boxen und natürlich allerlei Gegner Gezücht wollen vom stahlharten Gunlord ins Pixelnirvana geballert werden und das funktioniert nun noch besser wie auf der Dreamcast. Dank optionaler Twinstick Steuerung nehmt ihr nun beim Hüpfen und Ausweichen die Feinde noch besser unter Feuer und das Spiel flutscht somit noch ein Stückchen besser.

Was die Story angeht, so dürften 80er Jahre Fans auch voll auf ihre Kosten kommen. Gordians Schnucki Vanessa ist verschwunden und so schlüpft Gordian in den Turri…äähm Gunlord Anzug, um das Eheweib zu suchen, die Bösen zu vernichten und uns Spieler endlich das Spiel zu bringen, auf das wir schon so lange warten.

          

Erweiterte Level, neue Bosse, Breitbild-Action und alles garniert mit einer tadellosen Spielbarkeit- Gunlord X ist nicht nur eine gnadenlos geniale Hommage an Factor 5s einstigen Helden, sondern dank eigener Ideen und liebevoller Präsentation ein Pflichttitel für Genre affine User und Pixel-Retro-Lover.
Und während das Artdesign samt liebevoller Waffeneffekte und tollen Gegner- und Bosskreationen immer wieder verzücken, ist es natürlich auch der Score von Rafael Dyll, der das Gunlord Paket erst so richtig stimmig vollendet. Neben krachenden Sound FX und sexy weiblicher Stimme, die euch die Waffen benennst, schmeicheln von der ersten Spielsekunde lang Dylls Kompositionen eure Gehörgänge. Hier gibt es kein generisches Orchester Tschadda-Bing, nein, ihr werdet auch akustisch ins 80er & 90er Jahre Action Wonderland gebeamt und lauscht den stimmungsvollen Klängen, die sich dezent ehrfürchtig vor Musiker Legende Chris Huelsbeck​ verneigen.

Ich liebe Turrican. Ich liebe Gunlord. Und nun dank der Möglichkeit, auch unterwegs stimmungsvoll ins 2D Laserinferno aufzubrechen, liebe ich verdammt nochmal Gunlord X. Und ihr solltet es auch tun. Ihr wollt für 10 Euro eurer Freundin Blumen kaufen? Katzenfutter? John Wick 3 am Wochenende im Kino sehen? Lasst es. Eure Freundin wird es euch verzeihen und schnuckeliger als fellbesetzte Killer und actionreicher als Keanu Reeves ist Gunlord X allemal. Kauft dieses Spiel. Es ist toll. So einfach ist es manchmal. Denkt nicht nur an den Spaß, den ihr haben werdet, wenn ihr euch durch die umfangreichen Stages balelrt und euch an Zeiten erinnert, wo der beste Freund nebenher auf Karopapier eine Karte mitgezeichnet hat. Denkt einfach auch an das kleine Team und hofft mit mir, dass sie auch ihr neues Werk KRAUTBUSTER irgendwann auf die Switch bringen. 

Viel Spaß mit Gunlord X wünscht euch,

Mark aka Kemosabe X!



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1 Kommentar(e) auf "Gunlord X"


  1. Autor: Martin 22.05.2019 13:10:56

    Nachricht: Super Review!!!





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