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STAY - Review

Lesezeit etwa: 3 Minuten, 8 Sekunden


Horror, morbide und düstere Spiele ziehen mich einfach magisch an. So hab ich mir auch "STAY" spontan im EShop geholt, auch wenn es nicht das war was ich erwartet habe. Ihr steuert den Therapeuten Quinn nämlich nicht selbst, sondern steht ihm mit eurem Rat zur Seite. Das ganze erinnert mich etwas an "Lifeline" was ich vor er geraumer Zeit auf meinem Android Smartphone gedaddelt habe.

"STAY" besteht zum größten Teil aus textbasierten Konversationen zwischen Quinn und euch. Nach einer langen Nacht wollte sich der gute aufs Ohr hauen und wird von einer dunklen Gestalt, mit einem Hieb bewusstlos geschlagen. Als er wieder zu sich kommt, befindet er sich in einem dunklen heruntergekommenen Raum, dessen einzige Lichtquelle ein alter PC-Monitor ist. Quinn beschließt kurzum, sich vor den PC hinzusetzten und ist direkt auf mysteriöse Weise mit euch, durch einen offen Chat, verbunden.

Anfangs will er natürlich wissen, was passiert ist, aber ihr seid schließlich genauso unwissend wie er und versucht ihm das zu vermitteln. Hierfür habt ihr meist zwei bis drei Antworten zwischen den ihr wählen könnt, die unterscheiden sich zwischen gut zu reden oder sarkastisch bis hin zu stellenweise richtig bösen antworten. Diese wirken sich auch auf Quinn aus, in Form von vier Gemütszustände, und zwar Sanguinisch, Phlegmatisch, Melancholisch und Cholerisch. Das Ganze wird euch in einem kleinen Übersichtsmenü dargestellt, zusätzlich gibt es noch eine Anzeige für eure emotionale Bindung und Vertrauensstufe.

Um die Konversationen aufzulockern, gibt es ab und an Zwischenbilder um die Szenerie etwas besser einzufangen und immer mal wieder kleinere Puzzles zu lösen. Die verlangen euch anfangs noch ein müdes Lächeln ab, werden aber im späteren Spielverlauf richtig knackig. Fast schon zu knackig, da ihr keinerlei Hilfestellung bekommt und ohne ein mächtiges Allgemeinwissen echt aufgeschmissen seit. Also ich kannte "Chaturanga" vorher nicht, was eine Art indischer Ursprungsvariante von Schach darstellt, aber Googel hilft.

Im Verlauf des Spiels bekommt ihr auch Objekte, die ihr aber nicht benutzen könnt, stattdessen geben sie euch Auskunft über die Story oder kommende Rätsel. Bei Abschluss eines Kapitels bekommt ihr noch eine Auflistung, wie viel Prozent der Spieler sich für welchen Weg entschieden haben, plus ein Statement der Entwickler, sehr cool wie ich finde. Das Ganze wird musikalisch gut eingefangen, von der düsteren Atmo-Mucke bis hin zu dramatischen Panik Sounds, klingt alles sehr schön und passt hervorragend ins Geschehen.

Mich hat "STAY" sehr gut unterhalten, ihr müsst euch aber darauf einstellen viel zu Lesen. Ich habe generell kein Problem mit viel Text, da ich auch "Visual Novels" zocke. Die Übersetzung ins Deutsche ist hervorragend, ihr könnt aber auch eine andere Sprache wählen. Ihr solltet euch aber zu Beginn entscheiden, da jeder Sprachwechsel das Spiel zurücksetzt. Einen kleinen Bug hatte ich, als die Switch auf Standby ging, als ich dann weiter zocken wollte, war die Sprache plötzlich eine andere. Das hat sich aber nach ein paar Zeilen wieder selbst gefixt, also keine Panik.

Bei meinem ersten Durchgang hab ich ca. sieben Stunden gebraucht, das Spiel regt aber mit mehreren Wendungen und Enden zum mehrmaligen durchspielen an. Wer Lust bekommen hat auf das schön inszenierte aber traurige Text Abenteuer, der kann sich gern "STAY" für 11,99 € im Switch EShop herunterladen.

Don´t be afraid of the Dark...
Euer Diego Battaglia aka Deku Man X


Psychoanalytiker Tim hat ebenfalls mitgetextet.

"STAY" hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst. Anfangs war ich begeistert von der tiefgründigen und psychologisch wirkenden Erzählweise. Das relativierte sich beim wiederholten Ableben des Hauptcharakters Quinn wieder. Da schnell klar wird, hier gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten das Geschehen zu beeinflussen. Die Atmo hat mich überzeugt und die Dialoge sind ganz gut geschrieben. Manchmal überschlägt sich Quinn aber mit seinem philosophischen Gesülze. Noch schlimmer finde ich allerdings, dass die Rätsel keine Erklärung bekommen haben. Anfangs sind diese noch leicht zu knacken, zum Ende hin wirds echt absurd. Der Schwierigkeitsgrad der Kopfnüsse ist so hoch, dass man sich echt schwer tut, überhaupt zu verstehen was das Rätsel von einem will. Trotz aller Widrigkeiten hat mich "STAY" bis zum Schluss recht gut unterhalten. Mir gefällt die Idee, des etwas anderen Text-Adventures.

Euer Tim aka Dr. Agon



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