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198X - Back to the roots!

  • By DrAgon
  • Veröffentlicht: 29.01.2020 17:17:08
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  • Zuletzt bearbeitet am: 29.01.2020 17:37:16 von DrAgon
Lesezeit etwa: 2 Minuten, 26 Sekunden

Euch dieses virtuelle Erlebnis näher zu bringen, wird nicht ganz einfach, da es sich bei „198X“ nicht wirklich um ein Spiel handelt. Zudem ist die Software in seiner Länge recht überschaubar, weil uns hier die erste von mehreren Episoden vorliegt. Jedes Detail, das ich euch hier nenne, könnte man schon als Spoiler betrachten. Daher werde ich mich dieses Mal recht kurz fassen und nur auf die wichtigsten Merkmale von „198X“ eingehen.

Wer erinnert sich nicht an seine erste Begegnung mit dem Medium Videospiel? Meist kommen die ersten Gedanken daran aus der Kindheit oder dem Teenie-Alter. Genau jenes Thema wird im Pixeldrama der Hit Bit Studios aufgegriffen und in einem Mix aus Story und kleinen Minispielen kombiniert.

Der optische Stil ist mit wunderbaren bewegten Pixelsprites ausgearbeitet, die in Verbindung mit der feinen Synthwave- und Chiptune-Untermalung eine packend inszenierte Grundstimmung erzeugen. Für den musikalischen Part des klotzigen Vergnügens hat sogar Composer-Legende Yuzo Kojiro mitgewirkt, der in Zusammenarbeit mit den anderen beiden Musiktalenten Anton Dromberg und Daniel Rosenqvist eine stimmungsvolle, akustische Begleitung erschaffen hat.

Ihr erlebt Ausschnitte aus dem Leben eines jungen Heranwachsenden in den 80ern, welcher im „Spiel“ keinen Namen besitzt. Sein Leben verändert sich, da die Grenze zwischen dem Kindesalter und dem Erwachsenenleben gewisse Fragen und Ernüchterungen bereithält. Unser Protagonist bekommt im Laufe der Geschichte Berührung mit Videospielen und beginnt seine Alltagserlebnisse sowie Gefühle mit Hilfe des Mediums zu verarbeiten. Dabei setzt „198X“ auf einen etwas dramatisch erzählten Plot, welcher meiner Meinung nach für die angestrebte Ernsthaftigkeit der Lore, leider zu wenig Tiefe erzeugt. Es fällt mir nicht schwer nachzuvollziehen, was in dem Jungen mit den Kopfhörern und der roten Jacke vorgeht. Allerdings wirkt dies auf mich zu verallgemeinernd und hätte durchaus mehr Profil vertragen.

Die angesprochenen Mini-Games sind eine willkommene Auflockerung des Geschehens. Die Spiele orientieren sich an den Genres, welche in den 1980er Jahren die Spielhallen- und Heimcomputerszene dominiert haben. Beat‘em Up, Arcade-Racer, Shoot‘em Up sind nur ein paar der Rubriken mit deren Hilfe sich der pixelige Teenie die Zeit vertreibt. Optisch gefallen mir sämtliche Spiele sehr, doch spielerisch kommt nur wenig Anspruch auf. Der Schwierigkeitsgrad ist so enorm niedrig, dass einem klar wird, jene Hommagen an vergangene Unterhaltungssoftware sind nur als Stilelement angedacht. Sehr schade, denn gerade hier lässt „198X“ sein Potential wirklich auf der Strecke. Mir ist klar, dass man hier keinen Hardcore-Arcade-Difficulty einbauen sollte, um den Fluss der Story nicht auszubremsen, doch etwas mehr Herausforderung für die Zielgruppe, welche wohl mit solchen Spielen aufgewachsen ist, wäre kein Fehler gewesen.

Nach einer guten Stunde ist das Drama um Jugend, Pixel und Synthwave auch schon zu Ende. Ob Ihr die 9,99 € im E-Shop dafür ausgegeben wollt, müsst ihr selbst entscheiden.

Fazit:
Im Ansatz hat mir „198X“ sehr gut gefallen. Ich stehe auf den Artstyle, die Musik und die Idee des Konzepts selbst. Leider vergibt das Klötzchendrama durch seine flache Handlung und den viel zu leichten Mini-Games eine Menge von seinem Potential. Wer sich allerdings mehr von der Inszenierung selbst angesprochen fühlt und die genannten Schwächen ignorieren kann, darf gerne einen Blick riskieren. Dennoch bin ich auf die Fortsetzung gespannt und hoffe, dass die Entwickler etwas mehr Anspruch in ihre guten Ideen einarbeiten.

It‘s time to grow up...euer Tim aka Dr.Agon



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