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Fight'n Rage

  • By DrAgon
  • Veröffentlicht: 27.09.2019 11:20:30
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  • Zuletzt bearbeitet am: 27.09.2019 11:52:50 von DrAgon
Lesezeit etwa: 5 Minuten, 0 Sekunden

Highspeed-Schellen!

„Brawling like the old days“ trifft so ziemlich genau den Kern von „Fight‘n Rage“. In jener Ära der Münz schluckenden Ungetüme mit Bildschirm hat „Double Dragon“ aus dem Hause Technos Japan Corp. Mitte der 80er Jahre das Genre bekannt gemacht. Im Laufe der Zeit sind viele ähnliche Spiele im Fahrwasser des Erfolgs von „Double Dragon“ entstanden. Serien wie „Final Fight“ oder „Streets of Rage“ zählen heute zu den prägendsten Beispielen. „Fight‘n Rage“ will mit jedem dargestellten Pixel eine Hommage an genau diese Zeit der prügelnden Sprites sein. Ob das auch gelingt, lass ich euch hier wissen.

Schon am Titelbild wird klar, hier gibt‘s Action. Sägende Gitarren-Riffs und ein aggressiv stylishes Logo vermitteln eine ziemlich genaue Ahnung von dem, was folgt. Im Auswahlbildschirm lassen sich bis auf wenige Modie, wie Options, Training und Story zunächst nur Fragezeichen erspähen. Die meisten zusätzlichen Features schalten sich nach und nach erst frei. Später dürft ihr in einem Shop In-Game-Geld verschleudern, euch im Battle-Modus mit Freunden aufs Maul geben und vielem mehr.

In einer dystopischen Zukunft ist die Menschheit von Tiermutanten versklavt worden. Eure Prügeltruppe hat die Faxen dicke und beschließt, dem Obermotz der Mutanten auf den Zahn zu fühlen. Das Trio, bestehend aus der Kämpferin „Gal“, dem Ninja-Opa “F. Norris“ und dem Wrestling-Stier „Ricardo“ ziehen los, um dem pelzigen Widersachern in guter alter Brawler-Manier einen Scheitel zu ziehen.

Doch zunächst einmal zum Wesentlichen des Pixeltrips, dem Gameplay. Im Story-Mode wählt ihr zu Beginn einen von drei Pixel-Pals aus und beginnt eure nostalgische Reise entweder allein oder mit bis zu zwei weiteren Klötzchenprügelfetischisten. „Gal“ ist schnell, dafür weniger stark. Wo „Ricardo“ hinschlägt, wächst kein Gras mehr. Dafür ist der gehörnte Bulle ziemlich behäbig unterwegs. Der greise Attentäter „F.Norris“ pendelt sich mit seinen Fähigkeiten genau dazwischen ein. Für Kenner früherer Spiele würde ich sagen: „Blaze“, „Hagar“ und „Guy“ haben sich neue Identitäten zugelegt und mischen mal wieder ein paar Gegner auf. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Das Kampfsystem mag anfangs recht simpel wirken, doch nach längerem Spielen merkt ihr, dass hier ordentlich was geboten wird. Anfangs habe ich in typischer Weise versucht, das Spiel zu meistern, bin aber in späteren Level übelst aufgemischt worden. Eure Widersacher bestehen aus einer Unmenge an fiesen, prügelwütigen Tiermutanten und am Ende jeder Stage wartet ein großer Brocken darauf, von euch verdroschen zu werden. Der Schwierigkeitsgrad von „F‘n R“ verlangt von euch, dass ihr tiefer in das Kampfsys eintaucht und lernt es zu verstehen. Also erst einmal den Trainings-Modus gestartet. Nachdem ich sämtliche Lektionen der virtuellen Schulung hinter mich gebracht habe, ist mir auch klar geworden, warum ich in höheren Stages die Lippe dick bekommen habe. Im Titel steht „Fight‘n Rage“ und das ist auch absolut so gemeint.

Die Möglichkeit ellenlange Combo-Ketten und krasse Aktionen zu starten, sind in diesem Spiel schon fast ein Muss. Habt ihr erst mal begriffen, was eure kantigen Prügel-Asse so drauf haben, dann donnert ihr eure Feinde mit überkrassen Combo-Counts nur so vom Screen. Euch stehen eine Schlag-, Kick- und Sprungtaste zur Verfügung. Je nach dem in welche Richtung ihr während einer Combo drückt, könnt ihr die Gegner wie Bälle durch die Luft jonglieren. Stellt ihr das geschickt an, sehen die flauschigen Mutanten alt aus und eine 300 Hit Combo ziert schon mal den Counter im unteren Bildschirmrand. Das Spielgeschehen ist dabei blitzschnell und lässt euch in Highspeed Schellen verteilen

Der fordernde Schwierigkeitsgrad lässt euch ein ums andere Mal den Game Over Screen sehen. Nach eurem Ableben dürft ihr natürlich via Continue weiter prügeln. Auf jeden Fall bekommt ihr hierbei noch Münzen für die Anzahl der geplätteten Pelzmutanten gut geschrieben. Die erprügelte Währung dürft ihr im In-Game-Shop für Tipps, Charakterfarben und mehr spielbare Kämpfer verjubeln. Die neuen Figuren sind allesamt Gegner, die ihr dadurch freischaltet, indem ihr eine gewisse Anzahl von ihnen besiegt. Danach könnt ihr sie für mal mehr, mal weniger der pixeligen Münzen in euren Rooster integrieren.

Die Levels sind von der Länge genau richtig gestaltet. Es gibt verschiedene Abzweigungen, die euch in komplett andere Gebiete schicken oder euch storytechnisch kleine Veränderungen liefern. Zum Beispiel bekommt ihr in einem Club der Mutantenbrut die Chance, hinter den Kulissen einen gefangenen Menschen zu retten, der euch geholfen hat, oder ihr landet im einem Käfigkampfring und müsst mit ansehen, wie jene arme Seele dafür bestraft wird, euch geholfen zu haben. Solche kleinen Abzweigungen gibt es einige und sind oft gar nicht offensichtlich zu erkennen. Der Erkundungsfaktor erhöht den Wiederspielwert und lässt euch immer wieder gerne in die Tasten hauen. Mit einem Controller mach das Spiel enorm viel Spaß und lässt sich gut steuern. Solltet ihr aber einen Arcadestick euer Eigen nennen, benutzt ihn. Denn erst damit entfaltet „Fight‘n Rage“ sein wahres Potential und ihr könnt heftige Combo-Orgien starten. Zudem ist das Spiel ohnehin eine Liebesklärung an genau diese Zeit der Peripherie.

An der Präsentation kann ich auch nicht meckern. Geschmeidig animierte Pixelsprites zaubern ein Faust- und Kickballett auf den Bildschirm, wie ich es schon lange nicht mehr gesehen habe. Sämtliche Feinde sind Anlehnungen an die Film- und Gamingbranche und die einzelnen Stages stecken voller kleiner Details, welche einfach nur als Augenzucker zu bezeichnen sind. Dazu kommt der treibende Gitarren-Sound vom spanischen Komponisten Gonzalo Varela, welcher zu Beginn des Spiels seinen eigenen Pixelsprite spendiert bekommen hat.

Nach über 20 Stunden Spielzeit sind immer noch nicht alle Modie, Kämpfer und Farben frei geschaltet. Ihr dürft also eine Menge Zeit einplanen, um die ganzen Goodies zu ergattern. Meiner Meinung nach haben es die Entwickler hier etwas übertrieben. Für den Wiederspielwert mag das ja gut gemeint sein, doch die Motivation für solche Dinge aufzubringen, ist nichts für jeden. Hier hätte man ruhig etwas auf die Bremse treten können, um das Freispielen der Bonie nicht als Sisyphusaufgabe enden zu lassen.

Fazit:
„Fight‘n Rage“, der Name ist Programm. Ein Beat‘em Up-Vergnügen im opulenten Pixel-Look und mit butterweicher Steuerung, welches mit seinen Combo-Möglichkeiten vergleichbare Titel alt aussehen lässt. Der tolle Soundtrack, wie die verzweigten Stages lassen einen hier immer wieder gerne die Fäuste schwingen. Lediglich die endlos erscheinende Münzsammelei zum Freischalten der Goodies hätte etwas entschärfter sein dürfen. Wer außer Ohrfeigen verteilen in alter Manier von einem Spiel nichts anderes erwartet, ist hier genau richtig. Für Fans des Genres ist „Fight‘n Rage“ definitiv ein guter Deal.

Für 19,99€ könnt ihr euch das Gekloppe im E-Shop downloaden.

Time for some Rage... euer Tim aka Dr.Agon



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