IGI SWITCH


Copyright: Grafik: Tim Löffler

Nachgelegt - Pokémon Tekken DX

  • By DrAgon
  • Veröffentlicht: 28.11.2018 16:19:41
  • 0 Kommentare

  • Zuletzt bearbeitet am: 02.12.2018 19:55:09 von DrAgon
Lesezeit etwa: 5 Minuten, 29 Sekunden

Zuerst ein paar kurze Worte zu unserer neuen Rubrik „Nachgelegt“. Der tragbare Spaßbringer von Nintendo wird in letzter Zeit geradezu mit Software überhäuft. Dort wo die Wii U zu kurz kam, hagelt es auf der Switch schon fast zu viel virtuelle Unterhaltung auf einmal.  Wir wollen uns nicht beklagen, denn wer will schon noch eine Nintendo-Konsole mit einem klaffenden Loch in Puncto vielfältiger Software. Mit „Nachgelegt“ liefern wir euch Tests, Kurz-Reviews oder ganz normale Reviews zu älteren Spielen auf der Switch. Wir werden zwar auch von Publishern bemustert (vielen Dank dafür), doch viele unserer Games, die wir euch präsentieren, sind aus eigener Tasche bezahlt. Aus diesem Grund ergattern wir Manches erst später oder kommen schlichtweg nicht sofort dazu es zu testen, um ein Review für euch daraus zu machen. Damit wir euch aber trotzdem unsere „fachmännische“ IGI-Meinung der vergangenen Titel um die Ohren hauen können, haben wir diese kleine neue Rubrik ins Leben gerufen. Soviel zur Erläuterung unserer Neuerung, jetzt zum eigentlichen Thema. Viel Spaß ;)

Kuscheltierschlägerei!

Während die halbe Switchschaft (unter anderen Kollege Dada) nun mit „Let’s Go Pikachu oder Evoli“ und mit Plastikpokébällen imaginär nach virtuellen Kampftierchen wirft, um die digitale Haustierarmee noch größer zu machen, habe ich es endlich geschafft mir „Pokémon Tekken DX“ auf der Hybridkonsole aus dem Hause Big-N zu Gemüte zu führen.

Als Fightgame-Enthusiast schaue ich mir so ziemlich jedes Game des Genres an, doch zur Haustierprügelei von Bandai-Namco hab ich es noch nicht mal auf der Wii U geschafft. Das hat sich jetzt geändert, da das knallbunte Erlebnis nun seinen Weg in meine Sammlung gefunden hat. Die DX-Variante von „Pokémon Tekken“ birgt alle AddOns der Wii U-Fassung und sind von Anfang an auswählbar.

Bei „Pokémon Tekken“ erwartet euch ein ungewöhnlicher Vertreter der Prügelwelt. Selbst wenn das Wort „Tekken“ mit im Titel steht, ist das Spiel keine bloße Umsetzung des bekannten Kampfsystems mit Pokémon-Skins. Hier bekommt ihr ein komplett eigenständiges Spiel mit eigenen Moves und gutem Flow.

Nachdem euch das aufwendige Render-Intro den Mund auf Schlägereien mit Knuddelmonstern wässrig gemacht hat, erwarten euch im Hauptmenü einige Optionen. Neben Einspieler-Kampf, dem Lokalen-, Online- und Drahtlos-Kampf für Mehrspieleraktion bietet euch das Game natürlich auch verschiedene Möglichkeiten im Trainings-Modus zu trainieren. Die „Täglichen Herausforderungen“ geben euch Anlass auch mit anderen als euren Favoriten-Monstern in den Ring zu steigen, um Erfahrungspunkte zu sammeln, mit denen eure Kuschelkämpfer stärker werden. Im Modus „Deine Stadt“ könnt ihr Replays begutachten, euer Profil bearbeiten, einstellen, welche Pokémons ihr als Partner haben möchtet, und obendrein noch euren Poké-Trainer optisch gestalten. Zudem könnt ihr hier die typischen Spieleinstellungen bezüglich der Rundenanzahl, Zeit, Steuerung etc. tätigen. Dann hätten wir da noch die Ferrum-Liga. In diesem Solo-Modus kloppt ihr euch an die Spitze der Tabelle, um serientypisch verschiedene Ligen zu gewinnen.

Euer Kader umfasst 21 prügelwütige Taschenmonster. Klassische Ballbewohner mit Namen Pikachu, Gengar und Glurak teilen sich den Auswahlbildschirm mit beliebten Exoten wie Skelabra, Wrestler-Pikachu oder Schatten-Mewtu. Um die Riege zu vergrößern, können Durengard und Turtok per DLC noch hinzugekauft werden.  

Bevor ihr euch im „Einspieler-Modus“ ins Getümmel stürzt, wählt ihr noch euren kuscheligen Beistand aus. Danach dürft ihr aus verschieden Zweier-Teams noch sogenannte Helfer-Pokémons aussuchen. Die knuffigen Begleiter verleihen euch bestimmte Buffs wie Lebensenergie, stärkere Angriffe, Konter-Moves und vieles mehr im Kampf. Hab ihr alle Poké-Monster gewählt, dann gibt’s noch Motivationsfertigkeiten oben drauf. Hier wählt ihr aus einer von sechs Varianten aus, den Kampf mit sich schneller füllenden Spezialleisten zu beeinflussen.

Das Kampfgeschehen läuft in zwei sich abwechselnden Phasen ab. In der Feldphase könnt ihr euch dreidimensional im Pokémon-Kampfring bewegen, hin und her laufen und aus allen Richtungen angreifen. Die Duellphase erinnert an 2D-Beat’em Ups und ihr steht euch wie in „Street Fighter“ direkt auf einer Achse gegenüber. Auch das Movement eurer Knuffelkrieger ändert sich in den beiden Phasen.

Was zunächst kompliziert klingt, ist in der Praxis schnell gelernt. Nach ein paar Runden habt ihr verstanden, wie sich eure Kämpfer verhalten und drescht eurem Gegenüber mit hohen Combo-Zahlen die Grütze aus dem Gesicht. Wer an „Tekken“ denkt, hat umständliche und ellenlange Tastenabfolgen für die Angriffe im Kopf. Dem ist hier nicht so. Damit sich Profis wie Gelegenheitsspieler gleichermaßen bespaßt fühlen, ist das Kampfsystem nicht mit zu heftigen Tastenkombinationen gespickt. Zwar ist eine Lernkurve zu meistern, aber das sollte bei einem Kampfspiel ja auch mit drin sein. Trotz der Simplifizierung bietet die Klopperei enorm viel Tiefe, um seine putzigen Tierchen mit krassen Combo-Ketten über den Bildschirm tanzen zu sehen. Während des Kampfes könnt ihr mit den Schultertasten eure „Helfer-Team“-Fähigkeiten (Buffs) nutzen oder, wenn die Spezialleiste gefüllt ist, eine effektvolle Super-Combo alá „Street Fighter“ auf euer Gegenüber loslassen.

Die Optik von „Pokkén“ (so heißt das Spiel in Japan ^_^) ist im Handheld-Mode echt spitze. Die Vielzahl an bekannten Austragungsorten der Serie sind ein wahrer Augenschmaus. Auch wenn das Spiel schon auf der Wii U erschienen ist, macht der farbenfrohe Look heute immer noch alles richtig. Die Animationen und Effekte können sich sehen lassen und  die kleinen Krieger ertrinken regelrecht im Lichtgewitter. Auf dem TV-Bildschirm sieht die Sache schon etwas anders aus. Hier sind Animationen und Effekte zwar nicht minder gewaltig, doch wird die Grafik arg hochskaliert und das Spiel verliert optisch leider an Biss.

Der Online- und Zweispielermodus funktioniert hervorragend. Weder lokal noch im Web hatte ich Probleme mit der Verbindung. Man merkt, dass das Spiel dafür ausgelegt ist. Jetzt kommen wir zum größten Knackpunkt der Software. Solisten kucken in die Röhre und sind schnell am Ende der Beschäftigung angelangt. Die vier Ligen sind nicht sonderlich lang und bieten nicht genug Content, um für lange Zeit zu fesseln. Ansonsten wäre da noch der „Einspieler-Modus“, die „Täglichen Herausforderungen“ und das Training, die sich inhaltlich und vom Ablauf kaum unterscheiden. Das wars‘ , kein Story-Modus, kein Alleinstellungsmerkmal, kein gar nichts. Gerade hier hätte es sich angeboten, eine typische Pokémon-Geschichte mal etwas anders zu präsentieren. Lediglich die Tatsache, dass ihr durch ständiges Kämpfen eure Monsterchen aufleveln könnt, verschafft euch etwas Langzeitmotivation. Solltet ihr also selten zu zweit spielen und kein Hardcore-Poké-Fan sein, ist es fraglich, ob ihr euch auf lange Sicht gut unterhalten fühlt.

Stilecht habe ich mich natürlich mit einem Pokémon-Tekken-Controller von Hori auf dem Bildschirm gekloppt. Der ist für die Wii U und ich hatte ihn sogar schon lange vor dem Spiel. Die Wii U-Version des Pads ist die gleiche wie die Variante für die Switch, nur eben in weiß, der Pad für die Switch ist schwarz. Beide lassen sich problemlos per USB-Port verbinden. Diese sind aber kabelgebundene Eingabegeräte und funktionieren daher nicht mit Bluetooth.

Fazit: „Pokémon Tekken“ donnert mit tollen Animationen und heftigen Effekten über euren Switch-Bildschirm. Die gute Spielbarkeit und die gelungene Steuerung lassen Profis wie Neulinge im Ring gut aussehen. Solltet ihr aber selten zu zweit spielen, ist bei Solisten die Luft schnell raus. Wer sich aber davon nicht abhalten lässt, den erwartet ein gutes,wenn auch ungewöhnliches Fight-Game für alle Poké-Fans und die, die es werden könnten.

Pika Pika….euer Tim aka Dr.Agon   



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