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Travis Strikes Again: No More Heroes - Review

  • By DekuManX
  • Veröffentlicht: 18.01.2019 13:41:01
  • 0 Kommentare

  • Zuletzt bearbeitet am: 21.01.2019 17:30:31 von DekuManX
Lesezeit etwa: 6 Minuten, 9 Sekunden

Es war einmal vor etwa zehn Jahren, als die Nintendo Wii noch am Höhepunkt ihres Lebenszyklus stand und die Videospielwelt wiedermal gespalten war zwischen den Grafik- und Inhalts-Lager. Zu diesem Zeitpunkt erschien ein Spiel, das zu einem meiner absoluten Lieblingsspiele avancieren sollte, die Rede ist von "No More Heroes". Der Style, die Story, das Charakter-Design, die Musik, alles hat sofort meinen Otaku-Gusto getroffen. Eine super abgedrehte Geschichte, um den Nerd Travis Touchdown und sein Kampf, der beste Auftragskiller der Welt zu werden. Die Story klingt so abgedreht, wie sie nur aus der Feder des Masterminds Goichi Suda (Suda51) stammen kann. Optisch reißt es selbst für Wii-Verhältnisse keine Bäume aus, dafür ist aber der Metzel-Spaß umso größer.

Nach einer gelungenen Fortsetzung und ein Remake des Erstlings wurde es jedoch still um die Serie, bis ende 2017 endlich ein neuer Titel angekündigt wurde. "Travis Strikes Again" soll kein offizieller dritter Teil sein, sondern ein Ableger, um zu testen ob Interesse für die Marke noch besteht. Bei einer erfolgreichen Vermarktung stehen die Chancen gut für einen echten dritten Teil. Ich finde diese Herangehensweise besser wie es viele andere Publisher handhaben. Als aktuelles Beispiel, "Capcom" mit ihrer lieblosen "Onimusha" Neuauflage, das geht auch ambitionierter.

Dann mal los! Die Geschichte spielt sieben Jahre nach dem zweiten Teil. Travis braucht dringend eine Pause und verschanzt sich mit seinem Wohnwagen im Wald. Dort hat er eine ominöse, nie kommerziell veröffentlichte Konsole am Start, den "Death Drive Mk II". Für diese "Phantom-Konsole" gibt es der Legende nach sechs (+1) Spiele, die "Death Balls" und wer alle sechs "Death Balls" beisammen hat, dem wird ein Wunsch erfüllt. Naa, kommt euch das bekannt vor? Wie aus dem Nichts taucht auf einmal Bad Man auf, der sich an Travis für den Tod seiner Tochter (Bad Girl - NMH1) rächen will. Aber irgendwie schaffen es die Zwei sich zusammenzuraufen. Nachdem sie in die Konsole gesaugt wurden, ziehen die Beiden gemeinsam metzelnd durch die Videospielwelt. Ja richtig gehört, der "Death Drive Mk II" besitzt die Fähigkeit Personen in die virtuelle Welt zu transportieren, krasser Shizzle.

Die Hauptgeschichte selbst wird im coolen Text-Adventure-Stil erzählt. Sobald ihr eine Death-Game-Episode gemeistert habt, schwingt ihr euch auf's Motorrad und könnt gechillt den Story-Verlauf reinziehen. Euer Wohnwagen dient hier als Hub, wo ihr T-Shirts kauft und wechselt, fiktive Ramen-Blogs und Videospielzeitschriften durchforsten könnt oder euch eben an eure Missionen wagt. Schade finde ich allerdings, dass man im Moment "nur" eine Storyline bekommt. Wenn ihr mit Bad Man spielt gibt es zwar leicht andere Dialoge, aber im Grunde bleibt die Hauptstory die von Travis. Dies soll sich aber mit den kommenden DLCs ändern.

Im Vergelich zu den Vorgängern, gab es beim Gameplay wohl die größte Änderung, die aus einer typischen 3rd Person-Ansicht gespielt wurden. Hier wechselt die Perspektive je nach Level öfters mal durch, aber hauptsächlich findet das Geschehen aus einer Schrägoben-Ansicht statt. Das Kämpfen gestaltet sich auch etwas konventioneller. Ihr habt einen leichten Schlag, den ihr auch gedrückt halten könnt, um euch mit einem Dauerschlag durch kleine Gegnertypen zu fetzten. Des Weiteren habt ihr noch einen harten Schlag zur Verfügung, mit dem ihr auch durch so manche Abwehr brecht. Dazu kommen noch die obligatorischen Sprung- und Ausweich-Tasten, um dynamisch zu agieren. Zusätzlich gibt es noch einen Spezialangriff, der bei entsprechend gefüllter Leiste aktiviert werden kann. Ihr könnt im Verlauf des Spiels sogenannte Skill-Chips finden, diese sind auf bis zu vier aktiven Slots ausrüstbar, um euer Move-Repertoire zu erweitern. Nach etwas Einarbeitung funktioniert die Steuerung super intuitiv, egal ob mit JoyCons oder Pro Controller.

Die Levels selbst sind anfangs noch recht einfach gestrickt, nehmen aber zunehmend an Komplexität zu, allerdings ohne es zu übertreiben. Man wechselt stellenweise ganze Genres, da kann man sich schon mal plötzlich in einem Rennspiel wieder finden. Als Kenner von Grasshopper-Spielen oder den Indie-Perlen der letzten Jahre, werdet ihr neben einem Haufen cooler Shirts auch noch etliche Anspielungenauf vergangener Highlights während der Kampagne bekommen. Die vierte Dimension wird dabei auch mehrmals durchbrochen, in dem Travis mit euch spricht und ist sehr gut gelungen, wie ich finde. Das Ganze lässt sich auch per Couch-Coop zu zweit genießen und funktioniert einwandfrei, ein Online-Modus wäre trotzdem Pficht gewesen.

Optisch werden auch diesmal, trotz Unreal Engine 4, keine Bäume ausgerissen. Macht aber gar nichts, da das Spiel trotzdem bis zum Ende durchgestylt ist. Für das was es sein will reicht es vollkommen, durchgeknallte Arcade-Action als ganz große Hommage an das Gaming selbst. Ok ok, im Handheld Modus sieht es etwas besser aus als auf der Riesen 4k-Glotze. Dafür geht die Übersicht auf dem Switchscreen manchmal etwas flöten. Das Spektakel wird hervorragend von treibenden Techno-Beats untermalt. Mit dabei sind auch wieder ein paar tolle Remixe des klassischen "No More Heroes"-Thema.

Unterm Strich bleibt mir nur zu sagen GEIL. Endlich wieder mit Travis um die Häuser zu ziehen war eine echte Freude. Der durchgeknallte Humor und die superschrägen Dialoge habe ich total vermisst. Obendrauf gibts unzählige Anspielungen und Gastauftritte von verschiedenen Indiegrößen wie Hot......., psssst....hier wird nix verraten. Klar hätte ich mich über einen richtigen Nachfolger mehr gefreut, trotzdem bin ich MEGAHAPPY über dieses Game und ich werde es supporten so gut es geht. Nach wie vor habe ich die Hoffnung auf eine Collection zu "No More Heroes 1 & 2" und das lang ersehnte "Keine Helden Mehr 3".

Falls ihr Blut geleckt habt und auch ein Tänzchen mit Travis und Bad Man wagen wollt, dann habt ihr mehrere Möglichkeiten. Im Switch EShop könnt ihr "Travis Strikes Again: No More Heroes" für 29,99 € oder mit Season Pass für 39,99 € erstehen oder ihr holt euch gleich die Retail-Fassung inkl. Season Pass für ebenfalls für 39,99 €. Alternative gibt es noch bestimmte Seiten wie Pix´n Love die eine kleine Limited Edition anbieten, mit zusätzlichen Artbook für saftige 69,90 €.

Wenn ihr auf abgedrehten Japan-Shizzle steht, einen Hang zu Oldschool-Gaming habt und Grafik für euch NICHT das wichtigste ist, dann gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung.

Punk is not Dead!!!
Euer Diego Battaglia aka Deku Man X


Unser Mark hat sich auch mit Travis rumgeschlagen, im warsten Sinne...

Nach langer Zeit voller Harmonie und Einigkeit gibt es nun doch mal wieder einen Titel, der bei dem die Meinungen der IGI´s weit auseinandergehen. Wie viele andere User hab auch ich mich über die Ankündigung eines neuen No more Heroes´gefreut und auch wenn schon der Ankündigungstrailer einen leicht faden Nachgeschmack bei mir hinterließ, schaute ich zuversichtlich dem neuen Suda Werk entgegen.

Doch leider wurde ich etwas enttäuscht. Dabei ist es jetzt nicht mal die ebenso unspektakuläre wie triste Optik; Suda Spiele waren noch nie unbedingt Technik-Wunder. Nein, meine Enttäuschung rührt daher, dass Suda-San offensichtlich nix Besseres zu tun hatte, als einen zwar schrägen, aber letztendlich doch uninspirierten Genre-Mix abzuliefern.

In Zeiten, in denen kleine Indie-Teams mit schöneren und vor allem liebevolleren designten Spiele um unsere Gunst buhlen, bietet mir das neue Spiel um Otaku-Großmaul Travis einfach zu wenig. Klar, es gibt wieder jede Menge durchgeknallte Charaktere und sogar die eine oder andere spaßige Stelle. Dennoch muss ich gestehen, dass 2019 weder das Masturbations-Reloading des Beam-Katanas, das Safe-Scheisshaus oder irgendwelche S/M-Typen mit Tiermasken/ Schädeln mich nochmals so geflasht haben, wie sie das seinerzeit auf der Wii geschafft haben, denoch respektiere ich den Fan-Support. Wenn dann noch so ziemlich jeder Spruch des geflügelten Dämonen aus The Messenger witziger ist, als das ganze auf Nerd getrimmte Travis Strikes Back, dann hilft auch die schnelle und unkomplizierte Action nicht.

Denn obwohl ihr manchmal mit zusammengekniffenen Augen dasitzt, weil man es mal wieder witzig findet, euch in einer Pac Man-Verarsche mit einem mikroskopischen Travis durch ein langweiliges Labyrinth voller öder Gegner zu schnetzeln, läuft die Action wenigstens flüssig.

Somit verbuche ich die Rückkehr von Travis als erste Enttäuschung im Gamer-Jahr 2019 und hoffe, dass Platinum Games bei der Rückkehr der Hexe auf gewohnt technische wie brachial derbe Action setzt und sich nicht in irgendwelchen vermeintlich künstlerisch wertvollen Experimenten verliert.

Wer Travis und vor allem Suda mag, der greift einfach blind zu. Entweder werdet ihr enttäuscht, oder habt einfach Spaß. Ansonsten würde ich skeptischen Spielern eher raten, bei einem Sale zuzuschlagen.


Euer Mark Wamsler aka Kemosabe X



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