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Psyvariar Delta - Mehr drin als gedacht

  • By DrAgon
  • Veröffentlicht: 29.08.2019 20:20:55
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  • Zuletzt bearbeitet am: 30.08.2019 00:12:03 von DrAgon
Lesezeit etwa: 4 Minuten, 56 Sekunden

Dass die Switch inzwischen als das neue Eldorado für Shmup-Fans gehandelt wird, ist längst bekannt. Viele neue Titel und massig gute Klassiker tummeln sich mittlerweile im Portfolio des Hybriden, um am TV oder „On The Go“ auf Highscorejagd zu gehen. Der Release von „Psyvariar Delta“ hat mich dennoch überrascht. Die bunte Kugelhölle befindet sich auf dem PC schon länger in meinem Fokus, in diesem Fall habe ich wegen der Mobilität lieber unserem Nintendo-Spaßbringer den Vorzug gegeben.

Alten Hasen der Shmup-Szene sollte der Name „Psyvariar“ durchaus geläufig sein. Success, der Entwickler, steigert seine Bekanntheit in der Vergangenheit durch Marken wie „Cotton“, dem Arcade-Hit „Guardian Force“ und vielem mehr. Die „Psyvariar“-Reihe debütiert im Jahr 2000 auf dem Taito G-Net System in Japans Spielhallen und ist bei vielen Spielern sehr beliebt. 2002 wird auf der PS2 eine Revision und auch die originale Version des Shoot‘em Ups auf einer Disc spendiert. Die Revision für Sonys schwarzen DVD-Schlucker entwickelt die Stärken des Erstling clever weiter. Nun schreiben wir das Jahr 2019 und mit „Psyvariar Delta“ steht uns nun eine Revision der Revision ins Haus. Es gibt zwar noch „Psyvariar 2“ für Segas Dreamcast, dieser Titel spielt in „PV D“ allerdings keine Rolle. Ob die Neuauflage des Bullethell-Spektakels der Firma City Connection überzeugen kann, erfahrt ihr hier.

Im Umfang der Software sind quasi drei, mit Addon sogar vier, Spiele enthalten. Zum Addon gibt es später mehr. Dies präsentiert sich auch nicht im herkömmlichen Sinne via Auswahl im Titel-Screen, sondern definiert sich durch die Auswahl der Spiel-Version und eures Schiffes. Nach dem flashigen Intro habt ihr die Wahl euer ganz persönliches Spielerlebnis zu basteln. Es steht euch frei, Level-Segmente, Schiffe und Soundtrack nach belieben zu kombinieren. Ihr dürft zwischen den Levels des Originals, der Revision und der Delta-Variante von „Psyvariar“ wählen.

Zwei Gleiter stehen euch zur Verfügung, die Medium-Unit der Spielhalle und die Revision-Unit mit Smart-Bomb aus der späteren Konsolenumsetzung. Beide Schiffe leveln durch das Dezimieren der Gegnerschaft auf. Je nach dem wie geschickt ihr das anstellt, mehr oder weniger.

Dieser Vertikal-Shooter treibt euch mit dem sogenannten „Buzz-System“ an eure Grenzen. Ihr beschießt ganz normal per Tastendruck eure Feinde. Mit der Schultertaste lasst ihr euer Schiff rotieren, um die Feuerkraft zu bündeln und das Movement zu verlangsamen. Der Clou ist das „Grazen“ zwischen den gegnerischen Projektilen. Streift ihr die Geschosse knapp, steigert ihr den Chain-Counter. Je höher den Zähler springt, desto mehr EXP und Score kommen euch zu Gute. Score ist klar, aber die Erfahrungspunkte lassen eure Kampf-Units stärker werden. Nicht nur das Aussehen, sondern auch die Bewaffnung der Gleiter verändern sich immer wieder, je höher euer Level steigt. Das ist nicht nur ein nettes Gimmik, hier müsst ihr alles aus den Feind-Pattern herauskitzeln, um stark genug zu werden. Denn nur, wenn ihr bestimmte Level-Grenze erreicht, dürft ihr euch in den finalen Stages beweisen.

Das Gameplay ist geschmeidig und die Fight-Units lassen sich in jeder Lage einwandfrei steuern. Ich habe nie das Gefühl, dass es am Spiel liegt, wenn mein Schiff in Flammen auf geht, denn das passiert oft. Wollt ihr mal locker flockig ein paar Gegner plätten, um Spaß zu haben, ist das kein Ding. Dabei werdet ihr allerdings niemals die späteren Stages erreichen. Um hier wirklich einen Stich zu landen, ist Leben am Limit mit dem „Buzz-System“ angesagt. Durch Level-Ups und das „Grazen“ stehen euren Raumgleitern kurze Unverwundbarkeitszeiten zur Verfügung, welche ihr per Leiste angezeigt bekommt. Diese Mechanik ist der Schlüssel zum Erfolg, um nicht als permanenter Kugelfang zu enden. Leicht zu lernen, aber auch in diesem Fall wirklich schwer zu meistern.

Die Präsentation ist frisch und bunt, auch die Bildrate bleibt stets konstant. Mir persönlich gefällt die Farbwahl und die Optik sehr, aber nach heutigen Maßstäben ist der Shooter grafisch absolut kein Triple-A-Titel. Das Ganze erinnert eher an ein aufgehübschtes Dreamcast-Spiel. Die Musik des Spiels ist dafür eine weitere Stärke von „Psyvariar Delta“. Ihr dürft aus drei verschieden Soundtracks wählen. Die Klänge der Original-, der Revision-, sowie der Delta-Version stehen im Menü bereit und donnern mit elektronischen Beats aus den Lautsprechern eures TVs.

Außer dem „Normal Game“ erwarten euch noch ein Practice-Mode, der Replay-Modus, die Score-Attack und ein Online-Leaderboard. In den Options dürft ihr, wie sich das für ein gutes Shmup gehört, den Bildschirm in den TATE-Modus schalten, um das totale, vertikale Erlebnis zu genießen.

Das angesprochene Addon enthält ein weiteres Schiff oder viel mehr einen Kampfmech. Der „CYX-0017 Blanche“ aus dem Arcade-Spiel „CyBattler“ ist zu Gast bei „Psyvariar Delta“. Gastauftritte anderer Shmup-Marken bei „Darius Burst CS“ sind gut bei Fans angekommen und haben dem Spiel dadurch einen ordentlichen Wiederspielwert verpasst. Der mechanoide Zuwachs bereichert hier ebenfalls das Spiel ungemein und verschafft dem Ablauf ein ganz anderes Feeling. Zwar ist der Robo ebenfalls an das „Buzz-System“ gebunden, aber feuert in acht Richtungen und bringt einen Schild sowie ein Laserschwert für den Nahkampf mit. Dadurch ergibt sich ein komplett eigenes Spielgefühl und bekannte Levels und Gegnerwellen werden zu völlig neuen Herausforderungen. Einerseits gut, doch andererseits hat man an einigen Stellen das Gefühl, dass der eiserne Hüne nicht so ganz ins Leveldesign passen will. Bei hohem Feindaufkommen habt ihr oft nicht genug Zeit, um alle Feinde auszuschalten. Das könnte aber auch an der mangelnden Übung meinerseits liegen und sich mit genug Geduld und Spucke in Wohlgefallen auflösen. Das „CyBattler“-Pack bringt außerdem noch den Original-Soundtrack der Spielhalle mit. Für knapp 5 Euro geht das Addon für mich in Ordnung. Ob euch der Robo plus Mukke soviel wert ist, dürft ihr selbst entscheiden.

Revisionen bekannter Shooter wie „R-Type Dimensions“, „Darius Burst CS“ oder das gute alte „Gradius V“ haben oft gezeigt, dass bisherige Einzelspieler-Games zu mehrt um einiges mehr Spaß machen können. Ein Zweispieler-Modus wäre zwar schön, dennoch sollte es niemanden verwundern, dass es hier keinen geben kann. Ich denke, bei "PV D" ist es aufgrund des „Buzz-Systems“ und des feinen Balancing, welches damit einher geht, schlichtweg nicht möglich, ein vernünftiges Mehrspieler-Erlebnis zu schaffen.

Fazit:
Das Gameplay mit der guten Steuerung, dem großen Umfang und dem süchtig machenden „Buzz“-System machen für mich „Psyvariar Delta“ zu einem definitiven Pflichtkauf für Shoot‘em-Up Liebhaber. Die Lernkurve ist hart. Wer sich dennoch darauf einlässt, bekommt meiner Meinung nach eines der besten Spiele des Genres auf Nintendos Hybriden serviert.

Für 26,44 € (seltsamer Preis) dürft ihr euch in das Kugelvergnügen stürzen. Für ca. 40 € könnt ihr euch entweder physische Versionen aus Japan oder den USA importieren.

Graze or Die... euer Tim aka Dr.Agon



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