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Copyright: Grafik: Tim Löffler

Project Warlock – Zauberhafter Ballermann!!

  • By DrAgon
  • Veröffentlicht: 19.06.2020 21:36:35
  • 0 Kommentare

  • Zuletzt bearbeitet am: 20.06.2020 11:16:40 von DrAgon
Lesezeit etwa: 3 Minuten, 53 Sekunden

Unser Nachbarland Polen hat sich in den letzten Jahren zu einem enorm guten Herkunftsland für virtuelle Unterhaltungssoftware gemausert. Die Qualität vieler Produkte ist unumstritten gut und immer wieder stößt der interessierte Spieler auf den einen oder anderen Überraschungstitel. Der deutsch/polnische Entwickler BUCKSHOT SOFTWARE hat eines dieser feinen Goodies nun für uns Switch-Gamer am Start. Mit „Project Warlock“ präsentieren uns die Programmierer ihre Hommage an den „klassischen Egoshooter“.

Das Indi-Team hat sich den „First-Person-Shooter der 90er“ zum Vorbild genommen und zitiert in ihrem Werk Vertreter wie „Doom“,“Blood“,“Heretic“,etc. Dabei ist „Project Warlock“ kein Rip-Off alter Ideen, sondern hat sich lediglich von den Klassikern inspirieren lassen und ihrem Spiel ein ganz eigenes Flair verpasst. Dennoch erfinden die tüchtigen Coder das Rad definitiv nicht neu.

Eine Story ist nur minimal existent. Der namenlose Warlock (...das seid ihr) muss den bösen Obermagier zur Strecke bringen. Dieser setzt seine Macht ein, um verschiedene Zeitlinien zu tyrannisieren. Deshalb reist ihr durch fünf verschiedene Epochen, damit ihr dem sinisteren Spitzhutträger und seinen Monsterschergen das schwarzmagische Handwerk legen könnt. Zwischen den einzelnen Abschnitten wird euch eine kryptische und wenig interessante Handlung dargeboten. Der Plot ist keinesfalls das Glanzstück dieser Software, aber irgendwie trotzdem gut zu wissen, weshalb ihr euch hier durch die Gegend ballert.

Wie zu erwarten, wird euch das Geschehen in pixeliger Optik dargestellt. Doch der Schein trügt, es sind keine reinen Bitmap-Modelle auf dem Bildschirm zu sehen. Hier erfüllen texturierte Flächen in einem 3D-Konstruckt ihre visuelle Arbeit. Dank der Unity-Engine wird das optische Geschehen mit feinen Effekten und stimmungsvollen Lichtspielereien garniert. Der Grafikstil, gepaart mit den technischen Effekten, lässt die Action immer schön brachial wirken und das möchtet ihr als Shooter-Fans auch genauso erleben. Technisch sind mir keine großen Mängel aufgefallen. „Project Warlock“ läuft so gut wie immer butterweich. Gegen Ende gab es wegen des hohen Feindaufkommens ein paar Mini-Ruckler. Der Spielfluss war in meinem Run dadurch nicht beeinflusst worden. Es ist halt aufgrund der sonst sauberen Performance einfach aufgefallen. Egal ob Handheld oder Dock, der Monster jagende Magier macht seine Arbeit gut.

Der Knarren-Wizzard steuert sich geschmeidig durch die Areale. Das Gunplay ist präzise und die verschiedenen Waffen haben ordentlich Wumms. Im Laufe des Spiels werden die 60 Level immer weitläufiger und es gibt einiges zu entdecken. Neben verschiedenen Feuerwaffen wie Shotgun, Armbrust, Zauberzepter und anderem könnt ihr auch eine Menge versteckter Räume mit Ausrüstung und Munition finden. Außer den typischen Ego-Shooter-Werkzeugen kann unser namenloser Warlock auch Zaubersprüche wie Feuerbälle oder ähnlichem zur Verteidigung lernen. Natürlich dürfen auch Referenzen und Hommagen an die alten Vorbilder nicht fehlen. Diese sind aber sehr dezent gehalten und ihr stoßt in einigen der Geheimräume auf Querverweise alter Shooter-Reihen der 90er. Trotzt des Ballerspaßes sind manche Stages schon recht einfallslos und linear aufgebaut. Also erwartet hier nicht den „Heiligen Gral“ der Levelarchitektur.

Am Ende jeder Zeit-Epoche steht euch ein großer Boss-Kampf bevor. In großen Arealen ballert ihr alles auf die riesigen Obermotze, was die Rohre hergeben. Diese Brocken sind regelrecht süchtig nach eurer Munition und brauchen dementsprechend eine ganze Menge davon, bis sie das Zeitliche segnen. Einige der Angriffs-Patern dieser Kugel-Schwämme können euch unerwartet treffen und abrupt ins Jenseits befördern. Allerdings sind die riesigen Blei-Junkies mit einem feuergewaltigen „Ringel-Ringel-Reihe-Tanz“ um sie herum ganz schnell Geschichte. Ihr solltet auf jeden Fall immer eure Umgebung im Auge behalten, da euch sonst die Minions der Stufen-Chefs den Tag vermiesen. Die Boss-Fights sind eine gute Prise Salz in der Warlock-Suppe und machen trotz des simplen Aufbaus Spaß.

Nach jedem abgeschlossenen Level kehrt ihr in das Labor des Kampf-Illusionisten zurück. In seinem Workshop dürft ihr gesammelte Erfahrungspunkte in die Stärkung eurer Waffen und Fähigkeiten investieren. Die Light-RPG-Elemente motivieren, da die Verbesserungen jedes Mal deutlich zu spüren sind und euer Pixel-Zauberer härter austeilt. Eure Knarren könnt ihr in verschiedene Richtungen weiterentwickeln. An der Werkbank stehen euch unterschiedliche Feuermodie zur Auswahl. Manche davon stark offensiv, andere sind wiederum eher defensiver Natur. Durch dieses Element ist sogar der Standart-Revolver vom Beginn des Spiels am Ende immer noch eine nützliche Verteidigung. Tolles Balancing! Zudem wird dadurch der Wiederspielwert erhöht. Beim zweiten Run baut ihr eure Waffen einfach anders aus, um ein komplett anderes Spielgefühl zu erleben.

Die Sound-Kullise ergänzt wunderbar das Gesehene. Musikalisch erwartet euch viel Abwechslung, da jede Stage ihr ganz eigenes Medley spendiert bekommen hat. Die Melodien sind atmosphärisch und transportieren die visuellen Eindrücke der einzelnen Zeitlinien passend. Richtig gut kommt die Vertonung eurer Waffen. Die einzelnen Bleispritzen und Projektilschleudern vermitteln dadurch einen enormem Impact und es bereitet Freude, die Gegnerhorden im Kanonendonner scheitern zu sehen und zu hören.

Fazit:
Alles in Allem ist „Project Warlock“ bestimmt kein innovatives Spiel. Trotzdem hinterlässt das saubere Gameplay enorm guten Eindruck, die Kämpfe sind intensiv und das Waffenausbau-Feature erhöht die Lust darauf, das Spiel nochmal von vorne zu beginnen. Eine üppige Anzahl an Levels sorgt für viel Kanonenfutter und die Boss-Fights bringen etwas Würze ins Spiel. Einfallslose und teils lineare Level-Areale können verschmerzt werden, da die Zauberer-Schießbude gerade für Fans klassischer Konzepte einen Blick wert ist.

Abra-Kaboom...euer Tim aka Dr.Agon

 



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