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Turok Dinosaur Hunter

Lesezeit etwa: 5 Minuten, 0 Sekunden

Turok: Dinosaur Hunter

Review

 Als "Turok" 1997 auf dem Nintendo 64 erschienen ist, war ich zarte 14 Jahre alt. Eigentlich zu jung um mir diesen Meilenstein selbst zu kaufen. Doch dank des Videospielhändlers meines Vertrauens (und dem Grauen meiner Eltern), konnte ich mir sogar die böse ungeschnittene Fassung mit nach Hause nehmen. Da versank ich dann für Wochen im nebeligen Lost Land. Meine schönste Erinnerung an "Turok" ist, dass ich es zusammen mit meinem mittlerweile leider verstorbenen Cousin durchgespielt habe. Der war als Playstation Besitzer natürlich tierisch neidisch auf das Teil. Denn während die Playstation in fast allen Punkten die bessere Wahl für Gamer darstellte, waren gerade die Ego Shooter auf Nintendos Nebelwerfer in einer ganz anderen Liga.

Turok stellte damals gleich mal die Weichen für das Genre. Mit fast unglaublicher Polygongrafik, durchdachter Steuerung, tollem Leveldesign und unglaublich geilem Soundtrack, zeigte das Spiel warum man Nintendos Maschine keinesfalls ignorieren konnte.

Klar der viele Nebel war schon damals irgendwie heftig, aber trug durchaus auch zur Atmosphäre bei.

Das nun erschienene Remaster wählt einen perfekten Mittelweg. Der schwere Nebel hängt immer noch über dem verlorenen Land, aber die Nebelwand wurde deutlich in die Ferne geschoben. Das sorgt für deutlich mehr Überblick und trotzdem bleibt die wunderbare Atmosphäre des Originals erhalten. Leider sorgt der Fernblick in sehr seltenen Fällen auch für den ein oder anderen optischen Glitch.

Grafisch hat sich noch ein wenig mehr getan. Das Spiel läuft nun natürlich in einer wesentlich höheren Auflösung als auf der originalen Hardware und sieht damit besser denn je aus. Der Zugewinn an Schärfe führt aber auch dazu, dass man nun die Polygonkanten wesentlich deutlicher sieht als damals.

Zudem gibt’s neue Wassereffekte und Bloom Lighting zu bestaunen. Am besten hat mir aber gefallen das Spiel in 16:9 zu erleben.

Unschön fand ich leider die Framerate. Irgendwie habe ich butterweiche 60FPS erwartet. Leider scheint die Framerate aber etwas zu schwanken. Es wird nie wirklich ruckelig, aber es ist doch spürbar. Ich hoffe da kann ein Patch nochmal etwas nachbessern.

Auch am Soundtrack wurde deutlich gefeilt. Die krassen aufpeitschenden Trommelbeats haben nun deutlich mehr Druck und erklingen glasklar. Dazu habt ihr noch die Möglichkeit alternativ die PC Musik zu hören die sich deutlich vom N64 original unterscheidet.

Doch das alles wäre (Dino) Wurst, wenn das Spiel heute keinen Spaß mehr machen würde. Zum Glück ist dem nicht so. Ich war sofort wieder gefangen. Kurz nachdem Download wollte ich eigentlich nur schnell mal hineinschauen. Nach 3 Stunden musste ich mich regelrecht von der Switch losreißen weil ich dringend ins Bettchen musste (echte Arbeit und so)!

Turok funktioniert auch heute noch wunderbar. Grund dafür ist das immer noch pfeilschnelle Gameplay, das in Kombination mit den aufpeitschenden Trommelbeats fast schon wie auf Speed wirkt. Durch die aktualisierte Steuerung, die den Gyro Sensor unterstützt, ballert man Gegner mit einer wundervollen Leichtigkeit im Vorbeigehen eine Kugel in den kantigen Schädel und erfreut sich an den immer noch coolen Sterbeanimationen.

Auch das Springen funktioniert nun deutlich besser und lässt einen viele der schrecklichen Sprungpassagen des Originals mit katzenhafter Eleganz meistern.

Im Übrigen wurden auch ein paar kleine Änderungen im Leveldesign vorgenommen und somit ein paar der heftigeren Frustpassagen eliminiert.

Doch keine Sorge, Turok wird damit nicht zum langweiligen Dschungelspaziergang. Der Schwierigkeitsgrad bleibt weiterhin hoch. Wer noch die alten Cheats rumgammeln hat, kann diese übrigens auch im Remaster benutzen und sich so z.B. das Waffenarsenal aufstocken.

Was mir persönlich aber am meisten Spaß gemacht hat, war ein Element an das ich mich eigentlich kaum noch erinnern konnte.

In Turok schlappst man nämlich nicht einfach nur von Level zu Level und brennt Dinos und Menschen neue Löcher in ihre Leiber, sondern ist zu einem großen Teil auch damit beschäftigt die in der Landschaft verstreuten Schlüssel zu finden. Ohne die bleibt euch nämlich der Zugang zu neuen Leveln verwehrt.

Die Sucherei zwingt euch dazu, euch wirklich mit den Leveln zu beschäftigen. Denn die Teile liegen keinesfalls einfach vor eurer Nase. Das Ganze kann auch mal frustrierend werden wenn ihr ums verrecken den letzten Schlüssel nicht findet, wirkt aber auch unglaublich befriedigend wenn ihr ihn dann doch in der letzten Ecke findet, nachdem ihr mittels waghalsiger Sprungmanöver eine bisher unerreichbar erscheinende Plattform erreicht.

Doch auch das Gunplay macht heute immer noch Bock. Das liegt zum großen Teil daran wie wuchtig die Ballerei heute noch wirkt. Und auch wenn der Nachfolger in Punkto geilem Waffendesign deutlich die Nase vorn hat (Hirnbohrer), machen die Wummen im Erstling auch heute noch Laune.

 Wie ihr merkt, hat mir Turok auch heute noch sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich jetzt schon auf die Umsetzung der zweiten Dino Jagd. Ich muss aber auch zugeben, dass die Nostalgie hierbei ein nicht zu unterschätzender Faktor ist. Wer damals schon nichts mit Acclaims Killer Indigenen anfangen konnte, wird auch heute nicht von ihm bekehrt und Neulinge könnten von der Sucherei abgeschreckt werden. Doch alle Fans von Tal´Set sollten dem Ruf der Trommel folgen und auf die Jagd nach dem Chronozepter und dem Campaigner gehen.

I am DADA (Turok)!

Auch Dr.Agon hat sich durch die polygonale Echsenflut geballert. Hier seine Retrospektive.

Für viele hat Halo auf den Konsolen das FPS-Genre salonfähig gemacht. Bei mir hat das Turok schon zig Jahre vorher erledigt und das N64 hatte seiner Zeit eine Menge genialer Shooter im Gepäck.

Der mit Federn geschmückte Knarrenhäuptling hat damals auf Nintendos Nebelmaschine den Grundstein für seine Erfolgsstory gelegt und in der aufpolierten Neuauflage wird wieder einmal deutlich warum das so ist.

Große Areale und intelligente Levelarchitektur laden zur Erkundung ein.  Eine intuitive Steuerung gepaart mit vielen abwechslungsreichen Waffen sorgen für das unverkennbare straigte Gameplay, und der tribale Soundtrack hat sich sowieso schon auf Lebzeiten in meine Großhirnrinde gebrand. Dank optimierter Steuerung fühlt sich das Spiel immer noch frisch und sauber an.

Klar, die klotzige Grafik ist heute nicht mehr jedermanns Sache, aber das Game ist eine Wucht und guter Scheiß wird niemals alt! 

Schade finde ich dennoch die Tatsache, dass gelegentliche Slowdowns das Spielerlebnis trüben. Es sollte doch machbar sein, das im Jahr 2019 ruckelfrei hinzubekommen.

Wer's nicht kennt - sofort nachholen!

Wer es kennt - worauf wartet ihr?

Euer Tim aka Dr.Agon



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1 Kommentar(e) auf "Turok Dinosaur Hunter"


  1. Autor: Tom 06.04.2019 11:22:26

    Nachricht: Man hätte vielleicht auch sagen können, das es auch ruckelt.





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