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Titan Quest, Sammelwahn und antiker Loot

Lesezeit etwa: 4 Minuten, 14 Sekunden

Antiker EU-Bürger und...Zeugs!

Endlich ist es soweit. Blizzard hat die Bombe platzen lassen, Diablo 3 samt Add-Ons wird auf unserem tragbaren Freudenbringer von Nintendo erscheinen. Passend zum Thema haben wir heute für euch ein anderes Action-RPG mit ganz ähnlichen Zutaten, wie sie Blizzards Loot-Wahnsinn mitbringt, im Gepäck. Titan Quest heißt das gute Stück und dürfte dem Einen oder Anderen sogar bekannt vorkommen. Das erste Mal erschien Titan Quest im Jahr 2007 für den PC. Als solider Diablo-Klon im Setting der Griechischen Antike machte das Game damals einiges richtig und hat bis heute eine Fan-Base. Letztes Jahr kam die Aniversary Edition für die Master-Race an den Start, welche ich ausgiebig gespielt habe. Bla bla bla...hin oder her, ihr wollt lieber wissen, ob das Ding für die Switch was taugt.

Zu Beginn bestimmt ihr Name, Geschlecht und Farbe des Gewandes eures/r Togaträgers/-trägerin. In meinem Fall ist es Leonidas und natürlich die Farbe Rot - Ahwuuuu! Mit meinem noch Möchtegern-Spartiaten lande ich mit einem Boot an Griechenlands Küste und das Abenteuer kann beginnen. Ihr wählt dann noch aus acht Möglichen eure Klasse. Euer Heldenalltag besteht in erster Linie darin, Quests (...wie der Titel schon sagt) zu bestreiten. Ihr erhaltet von NPCs in den einzelnen Ortschaften diverse Aufträge mit mal mehr und mal weniger Brisanz. Auf der komplett freierkundbaren Oberwelt trefft ihr ebenfalls auf so manchen Bewohner, der euch um heroische Hilfe bittet. Ein Story-Faden zieht sich zwar auch durchs Spiel, der ist aber wenig spektakulär und platt präsentiert. Zudem ist die stocksteife Vertonung der Sprecher manchmal echt zum Fremdschämen und man möchte sich Wachs in die Höhrlöcher im Kopf stopfen. Beispielsweise plärrt euch der Typ, der euren Loot in der Kiste verwaltet, dermaßen laut und nervig an, dass ich schon oft gar keine Lust habe was zu lagern, LOL.

Durch das massenhafte Metzeln von Fabelwesen der Griechischen Mythologie sammelt ihr Erfahrungspunkte, Loot und Geld. Mit den EXP steigert ihr in einem Talentbaum die Fähigkeiten und Kampfkraft eures antiken EU-Bürgers. Ab einem gewissen Punkt könnt ihr sogar eine zweite Charakterklasse mit einflechten und so mit einem zweiten Skill-Tree noch mehr Power aus eurem Togakämpfer quetschen. Das macht echt Laune. Ich hab mir einen Kampfmagier gebastelt, der ordentlich austeilen kann. Später, wenn ihr auf enorme Gegnerhorden trefft und diese einfach pulverisiert, kommt richtig Freude auf.

Das Lootsystem lehnt sich stark an die US-Konkurrenz an. Gegner dropen massenhaft Zeugs in verschiedenen Seltenheitsklassen. Damit dürft ihr dann entweder die Atribute eures virtuellen Griechen verbessern oder ihr macht den Ramsch bei Händlern in den Städten zu Geld. Lechtz! Gimme da Loot! Leider ist das Ressourcen-Management sowas von 2007.
Eure Schätze werden in ein in Quadrate unterteiltes Item-Menü abgelegt. Je nach Größe des Gegenstands nimmt es mehr oder weniger Platz eures Inventars in Anspruch, hurra! Das bedeutet, ihr dürft gefühlt alle zwei Minuten per Portal in die Stadt zurück, um eure Taschen zu lehren. Es bleibt eure Wahl, ihr könnt das Zeug auch liegen lassen, aber wer macht das denn schon am Anfang. Die Knete für den Trödel kann man ja auch gut brauchen, um Ausrüstung zu ergattern. Noch so eine Sache ist, dass der Name jedes einzelnen Gegenstandes, den ihr einsammeln könnt, als großes farbiges Rechteck dargestellt wird. Liegen hier mehrere Items auf dem Boden, hat man das Gefühl sich mit dem Charakter durch eine Excel-Tabelle zu kämpfen. Zeitgemäßes Item-Management geht anders. Da hätte THQ Nordic gerne etwas mehr Arbeit investieren dürfen, um das Spiel heutzutage nochmal attraktiv zu machen. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber dran.

Das Gameplay! Hmmm...was sag ich nur dazu? An und für sich will ich es mögen...aber! Am PC ist das Game, dank Maus-Steuerung, ein Genuss. Auf der Konsole hat Blizzard mit Diablo 3 es schon vorgemacht, wie man das Genre-Prinzip vernünftig auf einem Controller umsetzt. Die Bedienbarkeit von Titan Quest auf der Switch zieht mir die Augenbraue nach oben. Ihr steuert euren Helden ganz normal mit dem Analogstick und greift mit den Aktionstasten an. Bis hier hin stimmt alles. Sobald mehr als ein Gegner auf dem Screen auftaucht, wird es fummelig. Ein Auto-Lock-System visiert immer den euch am nächsten stehenden Gegner auf dem Bildschirm an, egal ob dieser genau neben euch oder am anderen Ende des Bildausschnitts steht. Kommen neue Widersacher dazu, seid ihr der Willkür der Mechanik ausgeliefert. Ihr kööönnt zwar mit gedrückter Schultertaste euren Angriff auf eure Blickrichtung neu ausrichten, aber das funktioniert kaum bis gar nicht, da das Zielsystem von einem Gegner zu anderen springt. Daher einfach schön die Angriffstasten drücken bis nichts mehr steht, einfachste Lösung, wenn auch eine unbefriedigende.

Technisch wirkt das Spiel solide, aber leider nicht ganz rund. Im Dockt-Mode gerät die Bildrate gelegentlich ins stocken und es sieht eher etwas verwaschen und retro aus. Im Handheld-Modus kommt die Looterei aber echt gut und macht einen feinen Eindruck. Mit dem rechten Analogstick dürft ihr ins Geschehen reinzoomen, um die unschöne Hackfresse eures Streiters von Nahem sehen zu können. Find ich nice, kann auch nicht jedes Game. Der Sound plätschert mit klampfenden Klängen so vor sich hin und verpasst dem Spiel mit den gelungenen Tag-/Nachtwechseln eine recht angenehm entspannende Atmo.

Titan Quest ist für Loot-Fetischisten, die sich nicht scheuen, die eine oder andere Kröte in Puncto Bedienungskomfort und Item-Management zu schlucken. Sollte euch das nicht jucken, dann erwartet euch eine umfangreiche und süchtig machende Schatzjagd mit antikem, aber durch die Vertonung auch zum Schmunzeln, anregenden Ambiente.

Looten und Leveln, das muss drin sein...euer Tim aka Dr.Agon



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