IGI SWITCH


-

Biolab Wars - Kantiger Alien-Besuch!

Lesezeit etwa: 3 Minuten, 43 Sekunden

Nach Konamis CONTRA Anniversary COLLECTION und dem aktuellen Liebesbrief an jene Zeiten BLAZING CHROME versucht nun ein weiterer Run and Gun-Shooter mit Pixeln, Ballern und Platforming zu überzeugen. Ob BIOLAB WARS die Fußstapfen der Großen ausfüllen kann, ... finden wir's raus!

Eine Katastrophe im Biolabor veranlasst den raubeinigen General dazu, euch, die ultimative Söldnertruppe, anzuheuern. Aliens sind aus dem Forschungstrakt ausgebrochen und nerven mit ihren Tentakeln und ihrem Appetit auf Menschenfleisch gewaltig rum. Da hilft nur Knarre raus und alles zu Klump ballern, was nicht, oder nicht mehr, nach Mensch aussieht. Da die Armee, warum auch immer, dem nicht gewachsen ist, dürft ihr der Tentakelbrut eine Kostprobe des irdischen Bleis verpassen. Soviel zum Plot!

Auf den ersten Blick scheint alles in die richtige Richtung zu gehen. Netter Pixel-Look, direkte Steuerung und schmissige Chiptunes versprechen wohl ein spaßiges Erlebnis. Zunächst wählt ihr einen der drei Waffenfetischisten aus. Der 80er Muskel-Hüne „Finn“, die Cyber-Ninja-Braut „Becca“ und der kybernetische Hund „Teddy“ warten nur darauf, mit euch in den Kampf ziehen zu dürfen.

Im Prinzip recht simpel, ihr lauft in sieben Levels von links nach rechts, ballert, hüpft, besiegt Endbosse und macht eben das, was Söldner auf der Jagd nach Extraterrestrischem eben so machen. Kennen wir alles aus anderen Games, wie den oben genannten Beispielen. Es gibt außerdem verschiedene Munitionstypen für euren Alien-Perforierer. Ein Streuschuss, ein Drei-Wege-Projektil und einige andere Waffen wie Granaten helfen euch dabei, den Besuchern aus dem All die Migration zu erschweren. Zudem unterstützen verschiedene kleine Tierchen, die satellitenartig um euch herum schweben, mit Feuerschutz. Ein Laser schießendes Huhn und eine Helikopterkatze mit MG sind nur einige der lustigen Begleiter und ein witziges Gimmik, wie ich finde.

Bisher klingt die komplette Sache recht solide und sollte doch durchaus Spaß machen, oder? Das erste Level beginnt und damit auch schon die Probleme. Während ihr rennend und hüpfend durch Areal streift, um alles kurz und klein zu schießen, merkt ihr, dass eure Pixel-Söldner nicht nach oben oder unten schießen können. So etwas sollte in dem Genre normalerweise selbstverständlich sein. Ihr dürft euch zwar ducken und springen, um Gegner abzuknallen, das wars dann auch schon. Dadurch lässt das Game leider eine gewisse Präzision vermissen, welche den Flow total ausbremst und ihr dumm hüpfend und feuernd an einer Stelle festhängt, bis ihr den blöd platzierten Gegner endlich trefft. Manche der Endgegner haben so unmögliche Pattern, dass ihr euch aufgrund beschränkter Handlungsfähigkeit schwer tut, die Obermotze ohne Schaden ins Jenseits zu befördern. Bei Klassikern wie MEGA MAN ist das Spielprinzip zwar ähnlich, aber bei diesen Games ist das Level- und Boss-Design komplett darauf angepasst, was der blaue Stahlhelmträger kann und nicht kann. Wo wir nun beim zweiten Haar in der Suppe wären. Die Levelarchitektur ist uninspiriert und manchmal sogar unfair gestaltet. Während die ersten Levels viel zu einfach sind, kommen in späteren Stages recht unübersichtliche und teils bockfiese Stellen, bei denen euer klotziger Bleiverteiler schnell die kantigen Radieschen von unten sieht. Manche der Feinde sind mies platziert und erschweren ein vernünftiges Weiterkommen. Die Oben-Unten-Amnesie eurer kantigen Erdverteidiger ist dabei ebenso wenig hilfreich wie die Tatsache, dass ihr nur beschränkt Munition dabei habt. Bei hohem Gegneraufkommen wird's mit der Standardwaffe echt haarig und ihr werdet denjenigen verfluchen, der sich das so überlegt hat. Der letzte aber entscheidende Kritikpunkt betrifft die Helden selbst. Alle drei Figuren haben exakt die gleichen Fähigkeiten. Laufen, hüpfen, ducken, schießen und in aussichtslosen Situationen sterben. Mir ist es ein Rätsel, weshalb man drei unterschiedliche Charakter entwickelt, die allesamt das Gleiche machen. Ein anderes Sprungmuster oder dass ein Truppenmitglied die Fähigkeit besitzt, in verschiedenen Richtungen zu ballern, wäre doch ein toller Kniff gewesen. So hätte das Spiel einen Wiederspielwert, wäre nicht so unfair und besäße Spieltiefe. Offensichtlich haben die Entwickler diese Chance leider verpasst. Doch wenn man den kleinen Preis von 1,99 € bedenkt, wird einem einiges klar. So sehr ich auch geschimpft habe, hat mich das Game dennoch bis zum Ende hin durchhalten lassen und hatte dank witziger Ideen, wie der Helikopterkatze, durchaus Spaß.

Fazit:
Der Look und die Sound-Untermalung von BIOLAB WARS, gepaart mit der direkten Steuerung, machen im ersten Moment einen guten Eindruck. Erst bei längerem Zocken erschweren Mängel im Spiel- und Level-Design den Spaß am Game. So bleibt die klotzige Schießbude leider hinter seinen Möglichkeiten zurück. Trotz der Widrigkeiten hatte ich dank der Präsentation und einiger lustiger Einfälle der Entwickler mein Vergnügen.

Lock and Load... euer Tim aka Dr.Agon



Lade Informationen...
Informationen zum Spiel
Keine Spieleinformationen

Zufälliger Artikel:

Devil Engine Interview

0 Kommentar(e) auf "Biolab Wars - Kantiger Alien-Besuch!"




Lasse einen Kommentar da

Dein Name
Deine Email
Dein Kommentar