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Pokémon Let´s Go

Lesezeit etwa: 4 Minuten, 59 Sekunden

Pokémon Let´s Go

-Review-

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Ich konnte nie etwas mit Nintendos Taschenmonstern anfangen. Während mein Bruder damals stundelang vor seinem Gameboy saß, war mir die ganze Geschichte einfach zu kindisch. Mit 16 Jahren hatte ich einfach Bock auf andere Spiele.

Und so zog der Pokémon Hype Train direkt an mir vorbei und ich winkte ihm dabei lächelnd zu während ich mir mit blutigen Ego Shootern die Zeit um die Ohren schlug.

Über die Jahre versuchte ich immer wieder die so entstandene Bildungslücke zu schließen, fand aber nie wirklich Zugang zu der Reihe.

Doch mit Pokémon Let´s Go sah ich die perfekte Möglichkeit in die Serie einzusteigen, schließlich machte Nintendo gleich von Anfang an klar, dass sich das Spin-off an Einsteiger richtet. Und so wanderte das Spiel in der Pikachu Variante in meine Sammlung.

Das nun folgende Review ist also aus der Sicht eines absoluten Pokémon Noobs geschrieben.

Pokémon Let´s Go basiert auf der gelben Edition und ist eine Art Remake. Es besitzt aber sowohl Elemente aus aktuellen Spielen der Reihe, als auch aus dem ebenfalls an mir vorbeigegangenem Pokémon GO!

Das zeigt sich vor allem im Fangen der Taschenmonster. Diese werden nun nicht mehr traditionell bekämpft und dann gefangen, sondern werden nun in einem an GO! angelegten Mini Spiel zum Mitkommen überredet.

Doch beginnen wir von vorn. Ihr bastelt euch anfangs in einem sehr begrenzten Charaktereditor eure Spielfigur zusammen und gebt eurer Kreatur dann einen wohlklingenden Namen. Und dann geht’s eigentlich schon los. Ohne große Story werdet ihr auf euer großes Abendteuer geschickt. Die simple Prämisse ist: „Schnapp sie dir alle!“.

Und so zieht ihr mit eurem Startetmon los und trefft schnell auf euer erstes Taschenmonster, welches ihr per Pokeball Wurf in eure wachsende Sammlung assimiliert. PETA dürfte sich hierbei freuen, dass ihr die armen Viecher vorher nicht verkloppen müsst sondern ihnen einfach nur den Ball an die Birne donnert. Dabei ist ein wenig Timing erforderlich. Besonders widerspenstige Gesellen könnt ihr aber auch mit dem ein oder anderen Item gefügiger machen.

Dabei kommt übrigens, je nach dem wie ihr eure Switch verwendet, mehr oder weniger Bewegung ins Spiel. Benutzt ihr den Pokeball Controller oder eines eurer Joy-Cons (ja ihr braucht nur einen), dürft ihr den Ball mithilfe der Bewegungssteuerung werfen. Im Handheld Modus macht ihr das über einen simplen Tastendruck dürft euren Wurf aber mittels der Gyro Sensoren in die richtige Richtung lenken. Benutzt ihr einen Pro-Controller passiert gar nichts, denn dieser wird tatsächlich einfach nicht unterstützt. Hier wäre ein Update Wünschenswert.

Leider ist das Fangen der Monsterchen so spannend wie der ZDF Fernsehgarten. Hier hätte es sicher bessere Möglichkeiten gegeben das Ganze spannend zu machen, aber es war den Machern wohl wichtig eine Verbindung zu Pokémon GO! Herzustellen.

Langweilig ist aber leider auch der Rest des Spiels geraten. Die simplen Kämpfe gegen andere Pokémon Trainer sind zwar ordentlich präsentiert, aber auch hier ist der Schwierigkeitsgrad so dermaßen niedrig angesetzt das wohl selbst ein…. (!!! Hier stand eigentlich ein politischer Witz. Um eine ähnliche Aufregung wie bei der Folge „Für Janina“ aus „Polizeiruf 110“ zu vermeiden, haben wir uns entschlossen diesen doch ziemlich witzigen Witz zu entfernen!) ……kein Problem haben sollte. Es ist einfach nur albern, wenn man einen großen Teil der Kämpfe mit nur einem Angriff gewinnt. Und nein, ich meine damit nicht, dass man den Gegner nur mit einer Attacke zu spamt. Oft reicht einfach wirklich nur ein einziger Angriff.

Klar gibt’s später ein paar optionale härtere Kämpfe, aber dafür gilt es erst das dröge Hauptspiel durchzustehen.

Wenn Pokémon Let´s Go zumindest Schauwerte hätte, könnte man dem Spiel vielleicht verziehen das es eine unglaublich langweilige Angelegenheit ist, aber auch da enttäuscht das Taschenmonster Abenteuer.

Klar haben wir es hier mit dem bisher schönsten Spiel der Reihe zu tun, aber technisch ist das Gezeigte doch sehr mager. Es wirkt fast so als hätte man die Engine der 3DS Vorgänger genommen und sie auf die Switch portiert. Wäre jetzt nicht schlimm, wenn man das ganze mit ein paar schönen Effekten garniert hätte, doch leider gibt es da nichts Aufregendes zu sehen. Und so bleibt die Optik blass und der Switch unwürdig. Schockierend schlecht fand ich die Schatten der Charaktere als auch der Umgebung. So etwas pixeliges habe ich schon lange in keinem Spiel mehr gesehen. Und wenn ihr durch den Wald stapft und die Bäume ihre pixeligen Schatten auf den Waldboden werfen, werden Erinnerungen an selige 32-Bit Zeiten Wach.

Als Sahne Häubchen gibt’s dann auch noch ein paar kleinere Frameratewackler. Diese sind zwar wirklich marginal, aber aufgrund der doch recht spartanischen Optik mehr als nur verwunderlich.

Es bleibt zu hoffen, dass Gamefreak seine ganze Energie in das große Pokemon RPG steckt und an Lets´s Go nur die Praktikanten gearbeitet haben. Zumindest schwebt ja seit einiger Zeit das Gerücht durchs Internet, dass sich im neuen Hauptteil Pummeluff und Co. im Glanz der Unreal Engine 4 die süßen Visagen eindreschen dürfen.

Und ja ich denke, dass es Absicht war das man nur eine Handvoll Charaktemodelle in der Welt antrifft aber wenn in einem Raum mehrere exakt gleich aussehende alte Opas stehen, erweckt das wohl bei den wenigsten nostalgische Gefühle. Das ist schlicht und einfach Faulheit der Entwickler.

Und nein Pokémon Let´s Go ist kein wirklich hässliches Spiel, aber alles daran schreit förmlich „Lückenfüller“. Nun könnte man argumentierten das es sich ja nur um ein Spin-Off handelt und es deswegen in Ordnung geht das Nintendo und Gamefreak hier nur minimal Aufwand betreiben, aber dann sollte sich das auch im Preis niederschlagen. Denn aktuell kostest das Spiel einfach Vollpreis und steht neben Granaten wie Xenoblade2, Mario Odyssee oder Breath oft he Wild im Regal.

Der Soundtrack ist dagegen ein Highlight und umschmeichelt die Ohren mit schönen Remixen.

Tja das war irgendwie nichts mit mir und den Taschenmonstern. Vielleicht hilft eine ordentliche Portion Nostalgie, um sich durch diese Schlaftablette zu spielen. Aber mir als Neuling macht das Spiel nur wenig Spaß. Dazu fehlt es einfach an jeder Art von spielerischem Tiefgang.

Klar könnte ich das Spiel mit nur einem Arm und verbunden Augen über einem brodelnden Vulkan spielen, während ich mit dem anderen Arm und nur mit einem Tacker bewaffnet gegen mit Laser schießende, fliegende Haie kämpfe ……aber am Ende wäre es immer noch zu leicht.

Es bleibt zu hoffen, dass Nintendo und Gamefreak beim nächsten Spiel der Hauptreihe den Schwierigkeitsgrad deutlich höher ansetzt als in diesem doch recht langweilig geratenem Spin-off!

Pika Pika…..euer David Maihöfer aka DADA




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