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Modern Combat: Blackout

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Modern Combat: Blackout

Review

Die Nintendo Switch ist ein unglaublicher Verkaufsschlager und jeder Publisher wittert seine Chance auf das große Geld mit Nintendos Hybriden. Jeder Publisher? Nein die Giganten EA und Activison weigern sich weiterhin standhaft ihre großen Marken auf die geifernde Switch Gemeinde loszulassen.

Das heißt kein „Need for Speed“, „Madden“, „Battlefield“ und vor allem kein „Call of Duty“.

Nun nehmen die Plagiat-Spezialisten von Gameloft die Zügel in die Hand und pumpen ihren „Call of Duty“- Klon „Modern Combat“ in den Switch E-Shop. Taugt die Kopie etwas oder sollte der Mobile Port lieber mit einem Kopfschuss erlöst werden?

Das Wichtigste zuerst. Der mittlerweile fünfte Teil der Serie ist in seiner Ursprungsform ein „Free to P(l)ay“ Titel, der mit einer frechen Portion Mikrotransaktionen den Spielern das hart ersparte Geld aus den Taschen zieht. Doch die Switch Variante kommt glücklicherweise ohne diese Seuche aus und haut euch für knapp 20 Tacken den ganzen Content um die Ohren. Und das ist eine ganze Menge. Neben einem Singleplayer-Modus, wartet auch noch ein umfangreicher Multiplayer Part auf euch.

Im Singleplayer erlebt ihr eine recht lahme Geschichte, die ähnlich wie die Call of Duty Vorbilder inszeniert ist, ohne jedoch deren Klasse zu erreichen. Dennoch gibt ein paar schöne Set-Pieces bei denen euch auch schon mal ein halber Glockenturm auf die Birne fällt. Die Missionen sind allesamt recht kurz geraten, was aber dem Pick-up and Play Faktor der Switch aber sehr zugute kommt. In einer kurzen Bahnfahrt könnt ihr euch schnell mal durch ein paar der Levels ballern oder auch die zusätzlichen Challenges angehen, die ihr nach und nach freischaltet.

Für viele COD-Spieler ist ja die Kampagne oft nur von wenig Interesse. Modern Combat bietet aber viel Anreiz sich durch die selbige zu ballern. In jedem Level kann man bis zu drei Sterne verdienen, die wiederum an bestimmte Herausforderungen geknüpft sind. Erzielt zum Beispiel drei (sehr saftig inszenierte) Kopfschüsse oder legt mindestens 5 Gegner mit der Handfeuerwaffe um. Schnell war ich davon besessen und wollte jeden Level perfekt beenden. Am Ende wird dann abgerechnet. Jede Aktion die ihr im Spiel verbringt, gibt XP der dann zusammen mit den Sternen verrechnet wird. So steigt ihr in verschiedene Stufen auf, die euch wiederum neue Level spielen lassen, aber auch Klassen und Waffen für den Multiplayer freischalten. Aber es geht noch weiter, je öfter ihr eine Waffe benutzt, desto mehr Mods schaltet ihr frei. Egal ob Zielfernrohr oder erweitertes Magazin, ihr werdet dadurch in euren Multiplayer Matsches profitieren.

Ich hatte überraschend viel Spaß in der Kampagne, auch wenn das Ende eher unspektakulär war.

Das Herzstück des Ganzen ist aber natürlich der Multiplayer. Dieser funktioniert alles in allem gut, hat aber ein paar Schönheitsfehler. So ist die Verbindungsqualität sehr schwankend, was zu heftigem Lag führen kann und das Matchmaking ist zwar nett gedacht, funktioniert aber nicht wirklich gut. Zu Beginn werdet ihr nach 5 Matches in eine Liga gesteckt. Diese soll dafür sorgen, dass ihr so gut es geht mit ebenbürtigen Gegnern konfrontiert werdet. Leider klappt das wie gesagt eher selten. Das kann aber auch daran liegen, dass die Spieleranzahl bisher eher klein ist. Teilweise fand ich nämlich nur schwerlich Mitspieler.

Das ist schade, denn im Kern macht das Teil auch hier Spaß. Die Maps sind teilweise richtig gut und das ständige Leveln motiviert ungemein. Die verschiedenen Charakterklassen bringen Würze in die Matches, während die Spielmodi erschrecken gering sind.

Das größte Manko ist mal wieder der fehlende Voice-Chat, der es schwer macht sich im Team miteinander abzustimmen.

Technisch sieht man Modern Combat seine Herkunft deutlich an. Maue Texturen und unschöne Explosionen, gepaart mit eher durchschnittlichen Charaktermodellen. Und dennoch hat der Look mir am Ende gefallen und erinnerte mich an Arcade Spiele der frühen 2000er Jahre. Zudem wird die Optik ordentlich mit allerlei Lichtspielerein und Effekten aufgewertet.

Das Spiel gewinnt sicherlich keinen Schönheitspreis und auch die Performance ist nicht immer die beste (schwankt zwischen 30 und 40 FPS) und trotzdem hat mich das selten gestört.

Der Sound ist überraschend gut. Die Effekte sind ordentlich, die Sprecher überraschend motiviert und der Soundtrack sogar richtig gut.

Was mir allerdings richtig Kopfschmerzen bereitet hat, ist die Steuerung. Diese ist in ihrer Grundeinstellung fast nicht zu gebrauchen und ich brauchte ein paar Minuten bis ich sie so konfiguriert hatte, dass ich das Spiel überhaupt steuern konnte. Doch selbst mit meinen Einstellungen blieb das Ganze am Ende etwas hakeliger als ich es mit gewünscht hätte. Nach ein paar Stunden im Multiplayer hatte ich mich aber daran gewöhnt.

Wenn ihr im Multiplayer überhaupt ne Chance haben wollt, solltet ihr dringen das automatische Rennen abschalten.

Fazit: Für 20Euro bekommt ihr ein faires Paket geschnürt, das zwar zu keiner Zeit auch nur annähernd an die Genrekönige herankommt, aber zumindest für die in diesem Bereich eher ausgehungerte Switch-Gemeinde einen Blick Wert ist.

Solltet ihr aber eine Konkurrenzkonsole im Haus haben, gibt es wenig Gründe sich „Modern Combat“ zu holen außer natürlich ihr wollt einen Militär Ego-Shooter für Unterwegs. Dann findet ihr kaum eine bessere alternative als Modern Combat!

Wir sehen uns Online! Euer David Maihöfer aka DADA



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