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Neon Drive

Lesezeit etwa: 3 Minuten, 50 Sekunden

Neon Drive

-Review-

Wäre Neon Drive doch nur ein Rennspiel im Stil von Horizon Chase. Mit seinem großartigen Look und dem genialen Soundtrack, wären die Weichen für einen Indie-Hit gestellt. Doch obwohl ihr einen wuchtigen 80-er Boliden durch wunderbar Abstrakte Levels steuert, ist Neon Drive leider kein Rennspiel. Tatsächlich ist es ein simples Geschicklichkeitsspiel das von euch „nur“ verlangt Hindernissen auszuweichen. Links oder Rechts, mehr gibt’s hier nicht zu tun. Auch wenn das ganze zur Auflockerung mal die Perspektive wechselt. Das wäre eigentlich kein Problem, denn Inszenierung und Sound sind wie gesagt ja wirklich toll, aber Neon Drive macht dann doch zu viel falsch um es wirklich empfehlen zu können.
Das größte Problem ist der ultra brutal abartig harte Schwierigkeitsgrad. Schon um den ersten Level hinter sich zu bringen, braucht es einiges an Übung. Das ist zwar nicht zwingend schlecht, doch danach zieht der Schwierigkeitsgrad in Sphären ab, die einfach keinen Spaß mehr machen.  Der zweite Level ist zwar durchaus noch machbar, aber der Weg dorthin ist so lustig als würdet ihr euch konstant von nem Volksfestbesucher mit einem Bierkrug in die Fresse hauen lassen. Ein paar Checkpoints mehr hätten hier einiges an Frust genommen.
Danach wird dann einfach nur noch albern. Klar wird es die 0,1% an Spielern geben, die das mit verbundenen Augen auf einer Arschbacke durchzocken, aber für alle anderen ist das Spiel einfach zu krass. Auch weil das Spiel die meiste Zeit eine Perspektive wählt, die das rechtzeitige Wahrnehmen der Hindernisse nicht gerade erleichtert.
Torpediert wird das ganze auch noch von 2 Dingen. Zum einen ist es die eigentlich geniale Musik. Würden die Hindernisse zum Takt der Musik passen wäre, das ganze wahrscheinlich leichter. Doch dem ist nicht so und schnell wurde die eigentlich so coole Mukke zum Störfaktor. Denn wer auf den Takt hört, stirbt schon beim ersten Hindernis den Bildschirmtod.
Und dann ist da noch der minimale, aber spürbare Input Lag der das Spiel dann endgültig zerlegt. Bei den schnellen Eingaben die das Spiel verlangt ist das einfach ein Unding. Im Handheld Modus ist dieser glücklicherweise weniger auffällig, doch am TV mit Pro Controller seht ihr kein Land. An meinem TV kann es kaum liegen, da diesen eigentlich speziell wegen des niedrigen Input Lags gekauft habe.
Tja und arg viel mehr gibt es tatsächlich gar nicht zu sagen. Neon Drive hätte ein tolles kleines Spielchen werden können, torpediert sich aber selbst mit einem unglaublich hohen Schwierigkeitsgrad für den man gottgleiche Reflexe brauch. 
Es grüßt euch ein grauhaariger David Maihöfer aka DADA
Tim und Diego haben sich auch auf die frustrierenden Strecken gewagt….

Tim fachsimpelt:

Achziger Neon-Kitsch mit Sythwave-Sound, da bin ich dabei. Wenn das Ganze sogar noch als Arcade-Rennspiel verpackt wird, sollte normalerweise nichts schief gehen. Ja, normalerweise. Sound und Optik sind stiltypisch genau richtig, doch das Gameplay wirft Fragen auf. Habe ich mich auf ein Racing-Game gefreut, nun bekomme ich stattdessen ein musikbasiertes Reaktionsspiel, welches in seiner Form an LCD-Games aus den 80ern gleicht. Auch gut, damit lässt sich ebenso Spaß haben, wäre da nicht der enorm hohe Schwierigkeitsgrad. Das simple Spiel verlangt vom ersten Level höchste Konzentration von euch. Ab Stage drei sind schon fast Insektenreflexe nötig, um überhaupt das Ende zu erreichen, ganz zu schweigen einen Perfect Run hinzulegen. Der geringe aber doch spürbare Input Lag macht die Sache nicht gerade einfacher. Trotzdem ist da dieses „einmal noch“ Gefühl, welches mich immer wieder auf die Piste zieht, um endlich das jeweilige Ende der einzelnen Kurse zu erreichen. Zudem ist die Musik des Games ein Fest für alle VaporSound-Fans, und peitscht einen Richtung Zielgerade. Die Präsentation der einzelnen Levels ist ebenfalls ein Hinkucker. Manchmal ist jedoch zu viel auf dem Screen los und das wiederum lenkt beim Spielen ab. Unterm Strich bleibt ein nettes aber nicht spektakuläres Reaktionsgame mit feinem Sound, hohem Schwierigkeitsgrad und flashigen Levels, welches hoffentlich noch einen Patch gegen den Input Lag bekommt. 

Ready, set, go!  Euer Tim aka Dr.Agon

Deku auf Schienen:

Beim ersten anzocken dachte ich mir, das der Mix aus Renn- und Rhythmusspiel sei doch sehr gewagt. Aber nach mehreren Runden hab ich verstanden, dass es gut funktioniert und hatte auch meinen Spaß damit. Bis ich in das dritte Level gekommen bin. Da geht es so rasant zu, dass man echt gottgleiche Reflexe braucht, um den Hindernissen auszuweichen und im Takt zu bleiben. Noch dazu kommt, das jedes Level ein eigenes Gimmick hat, wie zum Beispiel wechselt die Perspektive auf einmal in eine Top-Down Ansicht oder ihr befindet euch plötzlich in einer Shmup-Passage. Der Soundtrack ist aller erste Synthie-Sahne und motiviert immer wieder noch eine Runde zu drehen. Ich finde die Idee und die Umsetzung super, allerdings kann ich durch den knallharten Schwierigkeitsgrad, Neon Drive nur Rhythmus-Profis empfehlen.

Driving to the Beat
Euer Diego Battaglia aka Deku Man X



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