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Samurai Shodown

Lesezeit etwa: 4 Minuten, 3 Sekunden

Samurai Shodown

--- Review ---

Es dürfte im Jahr 1993 gewesen sein. Meine kleine recht übersichtliche Gruppe von Freaks (den Begriff „Nerds“ gab es noch nicht) waren sehr zufrieden mit den Mega Drives, Super Nintendos und PC Engines dieser Welt und diese Konsolen befanden sich auf ihrem Zenit. Was heute Open World Action Adventures und Ego Bolzereien sind, waren damals Shooter und Duell Prügler und gerade letztere waren Anfang der 90er mehr als angesagt. Somit wollte so ziemlich jeder Softwarehersteller was vom Street Fighter 2 Kuchen abhaben und schickte gefühlt wöchentlich neue Module mit Pixelprügeleien ins Rennen.

Dann dieser eine Tag im Sommer ´93: Stolz lehnte der Besitzer des kleinen Spielladens (den es übrigens heute noch gibt!) neben dem Regal und schaute uns grinsend dabei zu, wie wir mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und purer Faszination dem Treiben auf dem großen Röhren TV folgten. Riesige Sprites gingen hier mit Schwertern und anderen Hieb- und Stichwaffen aufeinander los, glasklare Soundeffekte und rockige Musik untermalten die Kämpfe. Samurai Shodown / Samurai Spirits hieß dieser Traum eines Spiels und war für uns zu der Zeit ebenso erreichbar und realistisch wie eine Live Vorführung von Fr. Stone, die unserer Akne Brigade nochmals die Verhörszene aus Basic Instinct vorspielt.

Das Neo Geo samt Samurai Shodown war somit eigentlich nur Erwachsenen, Berufsöhnchen respektive verzogenen Schnöseln sowie Drogendealern vorbehalten und wir mussten uns erstmal mit den Takara Portierungen auf unseren Systemen begnügen.

Wir schreiben das Jahr 2020; SNK Spiele werden für 7 Euro als Download verramscht und dennoch freue ich mich, über Samura Shodown zu schreiben. SNK ist wieder erstarkt und verhilft alten Marken zu neuer Stärke. Nun erreichen neben dem belanglosen Manga Miezen Gekloppe SNK Heroines und einer wirklich coolen Spielesammlung nun endlich die Samurai die Switch.

          

Samurai Shodown sieht sich dabei eher als Reboot und lässt uns mit Fan Lieblingen Haohmaru und American Ninja Galford die Klingen kreuzen. Dabei stehen wir uns ganz wie früher im Duell gegenüber und beharken uns mit taktischen Klingenmanövern. Ausuferndes Kombo-Geprolle und Frame-Zählereien braucht ihr hier nicht, es geht um das Parieren und dem richtigen Timing eurer Angriffe. Natürlich hat jeder Charakter auch Special Moves im Repertoire und so manche Figur zieht mit einem tierischen Begleiter in den Kampf.

Dennoch ist Samurai Shodown ein eher ruhiger Kontrast zu vergleichbaren Spielen auf der Switch wie Mortal Kombat oder die hauseigene Girlie Schlägerei.Zusammen mit der oftmals schon fast meditativen Soundkulisse, die dank dem Einsatz von traditionellen japanischen Instrumenten wie der Shakuhachi Flöte erreicht wird, entsteht dabei eine ganz eigene Atmosphäre.

Wenn dann noch euer Rage Balken gefüllt ist und ihr in einer coolen Sequenz dem Gegner einen tödlichen Streich verpasst, damit dieser hinter eurem Rücken zusammenbricht, haben wir wieder diese wunderschöne Samurai Atmosphäre ganz wie in Filmen von Toshiro Mifune.

Sehr schön auch diese leuchtenden Farben. Während euch Mortal Kombat in braugraune und blutgetränkte Arenen wirft, beherrschen hier grüne Wälder, atmosphärische Shinto Schreine und typisch lebhafte SNK Hintergründe wie die Galeone das Bild.

Die liebgewonnenen Charaktere wurden im Gegensatz zu den letzten Versuchen der Last Gen Konsolen dieses Mal erfolgreich als Polygone wiederbelebt und geben sich wunderschön animiert und detailliert dargestellt die Ehre.

          

Auch beim Umfang wird einiges geboten und so dürft ihr neben dem schönen Story Modus samt Cut Scenes auch im Dojo Modus gegen Geistkämpfer und natürlich euer Können auch im Online Modus unter Beweis stellen. Da das Spiel erst Ende Februar bei uns erscheint, hatten wir bisher Schwierigkeiten, online Gegner zu finden.

Audiovisuell ist Samurai Shodown über jeden Zweifel erhaben und nur selten trüben leichte Framedrops den Spielfluss. Im Handheld Mode sieht das Ganz dann natürlich nochmals eine Ecke besser aus und ihr erhaltet den wohl schönsten Prügler auf einer „Handheld Konsole“; sofern ihr vielleicht auch oder nur auf der Switch Lite zockt.

Ich hatte seit ein paar beinahe traumatischen Erlebnissen mit Street Fighter 4 dem Genre eigentlich schon den Rücken gekehrt. Aber dank Samurai Shodown und seinen einzigartigen Charakteren, den Farben, dem doch eher gemächlichen Gameplay, habe ich wieder Spaß, mich durch die Story zu kämpfen um alle Filme der Charaktere zu sehen. Es braucht keine Demütigung mehr von Bemu Pros, die dank ihren wuchtigen Arcade Sticks einen im Kombo-Dauerfeuer verglühen lassen und einen dann mitleidig belächeln, weil man in seiner wenigen Freizeit nicht jede Minute Kombos und Frames auswendig lernt…

Es bleibt zu wünschen, dass SNK den eingeschlagenen Kurs beibehält und weitere Marken ihres kultigen Portfolios in der Qualität wieder auf Konsolen; speziell auf unsere geliebte Nintendo Switch bringt.

Einziger Minuspunkt für mich ist die Tatsache, dass ihr zu den 17 enthaltenen Charaktere ein paar Figuren mit Echtgeld dazukaufen müsst.

Wenn ihr nur ansatzweise was mit Prügelspielen anfangen könnt und zudem ein Fan der Serie und SNK seid, lasst euch (wieder) auf die charismatische Truppe ein und gebt Samurai Shodown eine Chance.



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