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Smashing The Battle

  • By DrAgon
  • Veröffentlicht: 29.04.2019 21:18:58
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  • Zuletzt bearbeitet am: 29.04.2019 21:39:40 von DrAgon
Lesezeit etwa: 4 Minuten, 8 Sekunden

Schraubenschlüssel, Hämmer und Melonen!

Da ist es wieder, eines dieser Smartphone-Games, welches zuerst auf Steam erscheint und jetzt im Nintendo E-Shop das vermeintliche Eldorado der zahlungswilligen Gamerschaft zu finden glaubt. Das Verkaufsargument dieses Spiels könnte simpler nicht gestrickt sein. Dickbrüstige Anime-Mädels im Action-Klopper und fertig ist der Otaku-Kaufgrund. Versteht mich nicht falsch, auch ich bin darauf angesprungen, aber warum das Geld besser in richtige Melonen angelegt wäre, erkläre ich euch hier.

Im Startbildschirm bin ich noch guter Dinge. Ein großes wippendes Dekolleté begrüßt mich und das Auswahlmenü stellt mir eine Story-Campagne, einen Challenge-Mode, eine Charakterauswahl, eine Upgrade-Werkstatt und einen Item-Shop zur Verfügung. Für den kleinen Preis von 9,99,- habe ich erst nicht viel erwartet, scheinbar ist hier mehr geboten, doch auf den zweiten Blick nur heiße Luft.

Ich möchte einen Charakter wählen. Möp, geht nicht, muss ich erst frei spielen. Ok, denk ich mir, Wiederspielwert. Danach starte ich den Story-Mode. Hui, Brüste! Das vektorisierte Standbild mit üppigen Darstellungsmerkmalen der Protagonistin Sarah O‘Connell steht im Fahrstuhl. Anscheinend arbeitet sie in einer Art Roboterfabrik und will ihren wohlverdienten Feierabend antreten. Plötzlich geht der Alarm los. Offenbar hat ein Terrorist alle Roboter der Produktionsstätte mit einem Virus dazu gebracht, Amok zu laufen und Menschen anzugreifen. Aus der Klischeekiste ganz unten rausgekramt! Ein weiterer Sprite mit wabbeliger Oberweite erscheint auf dem Screen. Eine Agentin nimmt Kontakt mit Sarah auf, um die Lage Vorort in den Griff zu bekommen. Nach sinnlosem Blabla steigt die Heldin Widerwillen in einen zufällig in der Nähe befindlichen Kampfanzug. Die Attribute der gute bestückten Sarah werden durch den Anzug noch deutlicher sichtbar. Witzigerweise ist die Smartphone-Version des Spiels deutlich prüder und lässt viel weniger Haut am Kampfanzug durchscheinen. Generell habe ich kein Problem mit solchen Stilelementen, aber dazu später mehr.

Das Spiel beginnt, und damit auch die Probleme. Die Kampfbraut im Cyberanzug setzt sich mit einem riesigen Schraubenschlüssel zur Wehr. Ihr kloppt mit immer gleichen Combos auf herannahende Mechanioden ein. Euch stehen auf den anderen Tasten noch Spezialangriffe mit Cooldown-Phasen zur Verfügung. Zudem dürft ihr euch mit einer Ausweichrolle brenzligen Situationen entziehen. Soweit so Diablo!

Ihr streift durch die Levels, tötet viele Blechdeppen, sammelt Geld, das ihr für Upgrades und andere Anzüge ausgeben dürft und erlebt dabei eine Geschichte rund um Terror, Verrat und Melonen! Das kling doch geil, oder?

Tja, klarer Fall von „Denkste!“. Es wäre auch geil, wenn die Entwickler mehr Liebe ins Spiel selbst anstatt in die Brustphysik der Busenwunder investiert hätten.

Sarah steuert sich träge und greift ebenso undynamisch an, wie sie sich durch die sich ständig wiederholenden Korridore schleppt. Ja, ihr bewegt euch praktisch die ganze Zeit in ein und der selben Lokation. Wirklich, das ganze Spiel hindurch trottet ihr durch aneinandergereihte Gänge mit Arenen zum Kämpfen dazwischen. Das ist in ungefähr so spannend inszeniert wie eine Partie Bingo im Altenheim, wobei es da wenigsten noch was zu gewinnen gibt. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn wenigsten die Gegner abwechslungsreich wären, leider Fehlanzeige. Es gibt zwar unterschiedliche Gegnertypen, aber sobald euch die Schraubenkästen entdecken, stürmen sie immer direkt auf euch zu und wollen euch den Gar aus machen. In den einzelnen Kampfarealen sind hin und wieder verschiedene Fallen platziert, um euch zu „fordern“. Die meiste Zeit nervt das einfach nur, weil ihr euch in einer stetigen Rückwärtsbewegung befindet, um nicht von den Robos in die Mangel genommen zu werden. Jahaa, warum nutzt du nicht die Ausweichrolle für dynamischeres Kampfgefühl, fragt ihr euch bestimmt? Weil jedes mal wenn ihr diese einsetzt, euer Charakter eine Freeze-Time auferlegt bekommt und sich für einen kurzen Moment nicht bewegen kann. Passiert euch das in einem ungünstigen Moment in mitten einer Blechhorde, war‘s das für euer Melonen-Mädchen. Gaaanz tolle Entscheidung für ein Ausweichsystem...“Bravo“!

Die Upgrades und verschiedenen Anzüge sind zwar ganz nett, sehen gut aus und versuchen das Spielgeschehen aufzulockern, täuschen aber keineswegs über das langweilige und träge Gameplay hinweg. Wenn ihr die belanglose Story beendet habt, dürft ihr mit der Zweitbesetzung Lucy Marie durch die Fabrikhallen streifen. Im Prinzip unterscheidet sich hier nur die Story ein wenig und ihr Aussehen...ach ja, sie kämpft mit einem riesigen Hammer und benutzt andere Spezialattacken. Am besten ist der zweite Durchgang vergleichbar mit einem Osterei, sieht vielleicht anders aus, schmeckt aber gleich.

Dabei hätte das Spiel aufgrund seiner coolen Optik und dem jazzigen Beat echt gut sein können. Die Präsentation von „Smashing The Battle“ ist wirklich gut gelungen. Auch die Charaktermodelle und generell die Grafik des Kloppers sind nicht von schlechten Eltern. Wie oben schon kurz angesprochen, ist es schade das die Mechaniken der Software leider dem Stil zum Opfer gefallen sind. Auch die verschiedenen Modies sind eine Mogelpackung, da ihr im Prinzip überall das Gleiche macht, nur eben schwerer, oder sollte ich lieber sagen frustiger. Weniger Fokus auf die Jelly-Breasts, dafür mehr Feinschliff im Gameplay hätten dem Spiel verdammt gut getan. Sehr schade!

Fazit:
„Style over Substance“ heißt hier leider die Devise. Ich könnte über das monotone Leveldesign und die fragwürdige Intelligenz der Gegner hinwegsehen, wenn wenigstens das Hack‘n-Slay-Gameplay seinen Zweck erfüllen würde. Selbst ein kleiner Preis rechtfertigt in meinen Augen keine bezahlte Langeweile. Solltet ihr euch davon nicht abschrecken lassen, empfehle ich euch auf einen Sale zu warten. Meiner Meinung nach ist euer Geld aber besser mit saftigen Wassermelonen oder Werkzeug angelegt.

Bounce Bounce Baby...euer Tim aka Dr. Agon.

 



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