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Pawarumi

  • By DrAgon
  • Veröffentlicht: 24.07.2019 19:10:20
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  • Zuletzt bearbeitet am: 24.07.2019 20:15:43 von DrAgon
Lesezeit etwa: 4 Minuten, 46 Sekunden

Prä-Columbian Space!

Da bin ich frisch aus dem Frankreichurlaub zurück und es wartet auch schon wieder Arbeit auf mich. Während meines Trips ins Nachbarland flattert ein Spiel aus selbigem auf meine Switch. Aktuell erlebt das Shoot‘em Up-Genre bei mir einen zweiten Frühling und nur wenige andere Games flimmern seit Monaten bei mir über den Screen. Da passt es wie Arsch auf Eimer, dass besagtes Game aus Frankreich momentan absolut in mein Beuteschema fällt. Es ist das erste Werk der französischen Entwickler von „Manufacture 43“. Das Vertikal-Euro-Shmup trägt den Namen „Pawarumi“, und was es mit der bunten Kugelhölle auf sich hat, klären wir hier.

Ausnahmsweise finde ich die Story für ein Shmup richtig erwähnenswert, zumal das Setting schon sehr ausgefallen ist. Ihr erlebt eine Geschichte rund um Verrat, Intrigen und Rache in einem spacigen Maya-Ambiente. Ihr spielt die Pilotin AXO. Sie ist das Beste was die Reichsflotte zu bieten hat und schon so mancher Krieg ist allein durch ihr Zutun entschieden worden. AXO erträgt die machtbessenen Herrscher nicht länger und auch nicht die unmenschliche Art, mit deren Volk umzugehen. Sie schnappt sich ihr Schiff Chucaru und beschließt, da oben mal so richtig aufzuräumen. AXO im Verbund mit ihrem Gleiter Chucaru stellen die mächtigste Waffe der Welt dar; und die richtet sich jetzt gegen die Erschaffer selbst. Die Dialoge sind ganz gut geschrieben, einen großen Plot-Twist solltet ihr dennoch nicht erwarten. Insgesamt gefällt mir die Geschichte und das Szenario wirkt frisch und unverbraucht. Besonders schön finde ich die Zeichnungen, das Gesamtbild hebt sich sehr vom sonst japanisch dominierten Genre ab.

AXOs Kampfjäger ist nicht umsonst so gefürchtet. Die größte Besonderheit stellt das Waffensystem des Maya-Fliegers dar. Chucaru verfügt über drei verschiedene Schuss-Modies: Schlange, Condor und Jaguar, welche wiederum in unterschiedlichen Farben abgefeuert werden. Im Schlagen-Modus ballert ihr mit grünen Gatling-Geschossen, der blaue Condor-Schuss versteht sich als starker Laserstrahl und die roten Jaguar-Salven sind nützliche Ziel suchende Raketen. Außerdem sammelt ihr im Kampf Energie, um euren Super-Schuss zu nähren. Dieser ist eine Kombi aus allen drei Hauptwaffen und feuert riesige Mengen an Projektilen auf eure Gegner ab. Jeder der Angriffe hat eine eigene Taste auf eurem Pad, ähnlich wie bei den japanischen Shmup-Kollegen „Radiant Silvergun“ oder „Caladrius Blaze“. Einerseits praktisch, aber auch nötig, um das System des Spiels richtig umzusetzen.

Den zentralen Kern in „Pawarumi“ bilden die drei Farben eurer Angriffe. Darum dreht sich das Überleben, die Waffenenergie und auch das Scoring. Je nach dem mit welcher Waffe ihr die verschiedenfarbigen Feindformationen angreift, hat das andere Auswirkungen. Dafür gibt es natürlich eine Bezeichnung, die Trinity-Mechanik und dessen drei Modies. Im Boost-Mode feuert ihr mit einer bestimmten Farbe Gegner der selben Farbtöne, Rot auf Rot, Blau auf Blau und so weiter. Damit füllt ihr die Lebensenergie des Schiffes wieder auf, gleichzeitig werden die beschossenen Feinde aber stärker im Angriff. Der Crush-Mode stellt ein Waffendreieck dar. Jede Kolorierung hat natürlich eine andere Farbe als Schwachpunkt. Blau nimmt mehr Schaden durch Rot, Grün durch Blau und logischerweise Rot durch Grün. Der Drain-Mode füllt eure Super-Attacke bis zu drei Stufen auf. Hierbei gilt das umgekehrte Waffendreieck. Das kling alles sehr komplex, ist in der Praxis aber schnell verstanden, da am unteren Bildschirmrand immer angezeigt wird, in welchem Modus sich euer Maya-Bomber befindet. Nach dem zweiten Versuch ist mir das System in Fleisch und Blut übergegangen.

So ausgeklügelt das Waffensystem scheint, ist es nicht immer nötig, sich daran zu halten, um erfolgreich ein Level zu beenden. Wichtig ist, dass ihr eure Lebensenergie im Auge behaltet. Explodiert euer Gleiter, war`s das und ihr fangt von vorne an. Ansonsten gelingt einem der Sieg auch durch willkürlichen Einsatz der Ballermänner gut.

Beim Scoring sieht die Geschichte schon wieder anders aus. Es gibt keine Chains, Medalls oder andere gängige Mechaniken in „Pawarumi“. Hier gilt, wer hoch pokert, erntet Punkte. Besiegt ihr Feinde im Boost-Modek, bekommt ihr mehr Punkte, weil sie stärker werden. Zudem steigt der Counter, je mehr Treffer ihr einsteckt. Der dritte Aspekt, welcher in eure Score einfließt, ist eure Super-Attacke. Je nach dem wie hoch ihr diese im Drain-Mode aufgelevelt habt, feuert ihr mehr Projektile ab und erzeugt mehr Hits. Je mehr Treffer, desto mehr Punkte wandern auf euer Konto. Das klingt zwar doch wie eine Chain-Combo, aber nur bedingt, da ihr die S-Attacke nicht unbegrenzt nutzen könnt und immer wieder für Energienachschub sorgen müsst. Das alles in Kombination gibt euch viel Spielraum für die Score-Jagd. Auf dem Leaderboard dürft ihr euch mit den Besten der Welt messen.

Der Umfang könnte mehr sein. Fünf Stages erwarten euch, die je nach Schwierigkeitsgrad andere Feind-Pattern bieten. Die Länge der Levels geht in Ordnung, aber Games wie „Rolling Gunner“ zeigen deutlich besser, wie wenig Levels in gute Spiellänge umgewandelt werden.

Das Gameplay ist sehr geschmeidig. Ihr steuert AXO und ihren Gleiter punktgenau durch die Feindprojektile. Drückt ihr eine zusätzliche Taste, verlangsamt ihr das Movement von Chucaru, um durch enge Geschoss-Pattern zu gelangen. Das hat schon was von Bullet-Hell.

Weitestgehend bleibt das Spiel stabil. Aber im Pyramiden-Level gerät die Framerate ins Stocken. Das beeinträchtigt zwar den Flow nicht wirklich, ist aber nicht schön anzuschauen. So was wird aber bestimmt auf der Patch-Liste von „Manufacture 43“ auftauchen.

Ansonsten erwarten euch klare Optik, bunte flashige Effekte und gut durchdachte Feindformationen mit interessanten Bossfights an jedem Levelende. Die Musik ist stimmungsgeladen und verpasst dem Space-Maya-Trip die nötige Atmo. Man merkt trotz aller Liebe zum Detail, dass es ein Euro-Shmup ist. Versteht mich nicht falsch, da ist nichts schlimmes dran. Aber Spielgefühl und Ästhetik unterscheiden sich bei allen Vertretern aus Europa stark von den Kollegen aus Japan. Das Gleiche gilt auch für „Pawarumi“.

Fazit:
Das Shoot‘em Up aus Frankreich macht einen guten Job. Eine genaue Steuerung, das durchdachte System für Scoring und ein unverbrauchtes Szenario sind wirklich gute Gründe, um hier auf Punktejagd zu gehen. Besonders die Artworks im Spiel haben es mir angetan. Leider ist mir der Umfang ein wenig zu mager. Die fünf Stages sind anfangs noch beeindruckend, aber nach mehrmaligem Durchspielen lechzt der Shmup-Fan nach mehr. Für Freunde des Genres ist „Pawarumi“ wegen des Flairs und dem interessanten Waffensystem aber bestimmt kein Fehler.

Für 14,99 € im E-Shop dürft ihr AXO auf ihrem Rachefeldzug begleiten.

Möge der Condor über euch wachen (...sülz) ^^ euer Tim aka Dr.Agon



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