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Dusk Diver - Mystisch aufs Maul!

  • By DrAgon
  • Veröffentlicht: 23.10.2019 18:34:38
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  • Zuletzt bearbeitet am: 23.10.2019 21:22:51 von DrAgon
Lesezeit etwa: 5 Minuten, 3 Sekunden

„Pqube“ ist der Publisher, welcher uns hier in Europa neben den Games von „Arc System Works“ eine Menge abgedrehter Visual-Novels und Puzzle-Spiele liefert. Außerdem bedienen sie den hiesigen Fan auch mit Software aus Asiens Nieschen-Kiste. Das japanisch anmutende Geplänkel „Dusk Diver“ stammt nicht aus dem Land des immerwährenden Sushis, sondern aus dem 2.163 km südlich gelegen Inselstaat Taiwan von den Entwicklern "JFI Games" und "Jera". Viele werden jetzt denken, knallbunt, Kulleraugen und noch dazu überdrehte Action, ist doch das Selbe. Ob dem wirklich so ist, klären wir hier.

Die Hauptakteurin Yumo trifft sich mit ihrer Freundin Liu Yusha in der Innenstadt zum Shoppen. Als die beiden eine Gasse hinab laufen, verändert sich die Umgebung und die beiden landen in einer Paralleldimension. Orientierungslos irren die Mädels dort herum und werden von seltsamen Kreaturen angegriffen. Yumo wird schwer verletzt und ist dem Tode nahe. Plötzlich taucht ein raubeiniger Typ namens Leo auf und versucht die am Boden Liegende mit mystischen Kräften zu heilen. Unser kleines Opfer hat wohl selbst eine unbekannte Gabe und absorbiert ungewollt die Macht des Helfers. Frisch gestärkt muss die Kleine sofort gegen die Gegnerbrut antreten, welche sie fast ins Jenseits geschickt hätte. Ihr werdet ohnmächtig und landet anschließend in einem Supermarkt, welcher für den Rest des Abenteuers euren Stützpunkt darstellt. Eine kleine Bärenstatue, welche die Schutzgottheit dieses Gebietes verkörpert, erklärt euch, dass sogenannte Chaos-Biests dem Gleichgewicht zwischen den Welten schaden wollen und ihr dabei helfen sollt, hinter den dimensionalen Kulissen aufzuräumen. Soviel in Kurzform zur Story. Die recht ausufernden Konversationen verlangen gerade zu Beginn des Spiels viel Geduld von euch. Leider ist das Ganze nicht sonderlich originell, aber immerhin sympathisch geschrieben. Aufgrund der Mythologie merkt ihr auch, dass es sich hier nicht um ein japanisches Game handelt. Schutzgötter für bestimme Territorien sind eher im chinesisch geprägten Raum anzutreffen. Daher werdet ihr feststellen, dass trotz der japanischen Vertonung, sich die Figuren anders verhalten als bei den Genrekollegen aus Nippon.

„Dusk Diver“ ist ein 3D-Beat‘em-Up, welches im Fahrwasser der recht ähnlichen „Neptunia“-Titel oder „Senran Kagura“-Klopper von „Compile Heart“ mit schwimmt. Das taiwanesische Pendant kommt mit deutlich weniger Ecchiness (Erotik) aus als die japanische Konkurrenz. Klar gibt es auch hier Fan-Service, aber der hält sich in Grenzen und überschattet das Action-Game nicht wirklich.

Optisch orientiert sich der mystische Ausflug an „Persona“, nur nicht ansatzweise so detailverliebt. Die Charakter-Modelle sehen zwar klasse aus, doch der Rest des Spiels gleicht einem Lowbudget-Bühnenstück. Das Stadtgebiet wird von bunten Silhouetten, welche bei Annäherung eine menschliche Form annehmen, bevölkert. Die Paralleldimension wirkt mit den krachigen Farben zunächst recht stylisch, doch die karge Level-Architektur holt euch schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Ähnliches kennen wir auch von den Spielen aus dem Hause „Compile Heart“, doch da geht es ja hauptsächlich um die Action.

Storygetrieben kloppt ihr euch durch die von Monstern verseuchte Parallelwelt. Die einzelnen Gebiete werden durch Risse, welche im Stadtgebiet auftauchen, erreicht. Um einen Riss passieren zu können, benötigt ihr eine bestimmte Anzahl von sogenannten „Dragon Vain Shards“. Die schimmernden Steine findet ihr auf Missionen, bekommt sie bei Side-Quest oder sie sind zwischen den Hauptaufgaben in der Innenstadt versteckt. Je weiter ihr gelangt, desto mehr dieser Klunker braucht ihr, um Neue Risse passieren zu können.

Yumo hat die Macht, Fähigkeiten von Guardians wie dem Raubein Leo vom Anfang des Spiels zu übernehmen. Ihr bekommt noch weitere Kräfte von späteren Mitstreitern. Leo ist ein Meelé-Typ für den Nahkampf, Bahet schwingt eine blitzschnelle Klinge und die gut bestückte Le Viada ist mit ihrem Gewehr auf die Distanz spezialisiert. Die Guardian-Attacken werden durch eure Tasten-Combo getriggert. Jeder der Kampfbegleiter bringt eigene Fähigkeiten mit, die euch in den einzelnen Gebieten versperrte Wege öffnen können. Das heißt also, wenn ihr eine Passage nicht erreichen könnt, solltet ihr später noch mal wieder kommen, um hier versteckte Items und „Dragon Vain Shards“ zu suchen. Im Supermarkt könnt ihr über ein Terminal in alte Gebiete zurückkehren.

Im Laufe des Spiels dürft ihr die Prügeltruppe durch erworbene Skill-Points im „Groth-System“ aufwerten. Ganz nach dem Motto: Schneller, stärker, besser, lernt ihr neue Moves, steigert eure Werte und Widerstandsfähigkeit. Da es etwas dauert, bis ihr ein paar coole Fähigkeiten bekommt, nimmt das Geschehen auch erst nach einiger Zeit an Fahrt auf. Erwartet hier kein komplexes Combo-System alá „Bayonetta“. Die Kämpfe geben zwar im späteren Verlauf Gas, lassen aber trotz Move-Vielfalt die Tiefe, Wucht und vor allem die Inszenierung eines Hexen-Schnetzlers vermissen.

Das weitere Spiel gestaltet sich wie folgt: Entweder ihr helft den Städtern mit ihren Problemchen, verbessert eure Fähigkeiten durch die Monsterjagd oder ihr erkundet das Stadtgebiet, um euch mit allerlei Lebensmitteln für Power-Ups zu versorgen. Es gibt ein paar Systeme, die eure Truppe verbessern. Eines ist zum Beispiel das „Bond-System“. Verbringt ihr außerhalb der Missionen Zeit mit euren Guardians, stärkt das die Freundschaft zwischen Yumo und ihren mystischen Helfern. Das wiederum schaltet bestimme Extra-Missionen frei, bei denen ihr neue Aktionen lernen dürft.

Alles in Allem klingt das doch nach einer Menge Spaß, oder? Tja, das liegt im Auge des Betrachters. Es gibt zwar einiges an Beschäftigungen in „Dusk Diver“, welche aber alle samt auf das selbe hinaus laufen: Rumlaufen, texten, kloppen, kloppen. Im Prinzip wäre das auch ok, wenn einen die teils endlosen Dialogen nicht ständig vom eigentlichen Kern des Spiels abhalten würden. Dazu kommt die maue Technik, durch welche die Performance oft ins Stocken gerät. Gerade bei der Erkundung in der Stadt geht die Bildrate trotz detailarmer Areale in die Knie. Generell wird hier oft gespart. Starre Charakterportraits in den Gesprächen, karg wirkende Umgebungen, die vor sich hindümpelnde Musik und hölzerne Animationen machen das Game nicht gerade zu einem Tripple-A-Titel. Die Kämpfe in den Parallelwelten hingegen sind ruckelfrei und laufen sauber. Immer hin liefert „Dusk Diver“, da wo es wichtig ist.

Soll ich euch was sagen? Trotz all dieser Mankos hatte ich dennoch richtig Spaß mit dem Game. Für mich muss es nicht immer die glatt geschleckte Hochglanzproduktion sein. Die Charaktere wachsen einem mit zunehmender Spielzeit richtig ans Herz und die Kämpfe werden durch die wachsende Move-Palette wirklich cool. Dazu kommen die knalligen Farben und Kampf-Effekte der Parallelwelt, die mir stilistisch und atmosphärisch trotz Detailarmut gefallen haben. Auch solche kantigen asiatischen Nieschen-Titel können einen in den Bann ziehen, wenn man sich darauf einlässt.

Fazit:
„Dusk Diver“ glänzt weder mit einer guten Technik noch mit Originalität. Wer sich aber darauf einlässt und über die Schwächen des Games hinwegsieht, bekommt einen textlastigen und knallbunten Action-Klopper mit sympathischen Charakteren. Durch die vielen Missionen und Aufwertungsmöglichkeiten werden euch viele Stunden Prügelvergnügen geboten.

Be a guardian... euer Tim aka Dr.Agon



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