IGI SWITCH


-

Starlink: Battle for Atlas

Lesezeit etwa: 8 Minuten, 23 Sekunden

Starlink: Battle for Atlas

Review

Starlink ist komplett anders als ich es mir vorgestellt habe, warum das etwas Gutes ist lest ihr nun hier.

Ich habe lange Zeit mit Starlink gehadert. Der „Toys to Life“ Aspekt wirkte sehr abschreckend auf mich. Ich hatte einfach keine Lust mir kleine Plastikschiffchen in die Butze zu stellen. Außerdem wirkte das ganze auf mich als wäre das Spiel doch sehr auf Kids ausgelegt und ich befürchtete das sich das in seichtem Gameplay widerspiegeln würde.

Doch als ich meine Chance witterte das Spiel ein paar Tage vor Release erwerben zu können, griff ich am Ende doch zu.

Wie sich herausstellen sollte, war das eine gute Entscheidung.

 

Kommen wir erst mal zum auffälligsten Part des Spieles. Wer sich für die physische Version entscheidet, bekommt neben dem eigentlichen Spiel, Fox MacCloud und einen Arwing. Dazu gibt es noch eine weitere Figur in Form von Mason, dem eigentlichen Hauptcharakter des Spieles und 2 Waffen!

Die Figuren sind mäßig schön bemalt, während ich den Arwing recht hübsch finde.

Ebenfalls im Paket ist eine Halterung damit ihr das Schiff auf eure JoyCons schnallen könnt. Die Halterung wirkt billig und liegt nicht so gut in der Hand wie das Original von Nintendo. Einen Aufsatz für den Pro Controller gibt es leider nicht.

Übrigens während die Xbox One und PS4 Fassung nur Mason und sein Schiff enthalten, bekommt ihr in der Switch Fassung Masons Schiff und Waffe auch noch digital auf der Cartridge. Hier ergibt sich ein deutlicher Mehrwert doch dazu später mehr.

Wenn ihr das Spiel nun zum ersten Mal startet, fordert es euch erst einmal auf einen der Charaktere auf die Halterung zu stecken. Dieser wird blitzschnell eingelesen und wird sogar in einem kleinen Filmchen kurz vorgestellt. Danach steckt ihr das Schiff darauf und schon kann das Abenteurer losgehen.

Der Arwing kommt übrigens gleich mal mit seinem typischen Blaster daher, während andere Schiffe ohne eine aufgesteckte Waffe keinen Schuss abfeuern.

Steckt ihr nun eine Waffe auf den Arwing, erscheint diese sofort im Spiel. Ihr könnt sie zum Beispiel auch verkehrt herum aufstecken und die Waffe feuert nach hinten. Das Ganze funktioniert tadellos und dürfte für Kids schon sehr cool sein. Mir hat am besten gefallen, dass die Schubdüse des Arwings beleuchtet ist, wenn ihr ihn auf der Halterung habt und das die Düse beim benutzten des Hyperantriebes auch noch deutlich heller aufleuchtet.

Doch ich will ehrlich sein, ich fand das Spielen mit aufgestecktem Schiff nicht so prall. Zum einen ist da das Gewicht des Schiffes und zum anderen fand ich das ganze einfach sehr ungemütlich. Ich lümmle gerne während des Zockens gemütlich auf dem Sofa und fand mit dem aufgesteckten Schiff einfach keine gute Position.

Zum Glück ist das alles weniger schlimm, denn einmal eingelesene Teile behaltet ihr digital und könnt das ganze Wechseln von Waffen, Schiffen, Piloten und Flügeln auch einfach über ein In-Game Menü Handhaben.  Somit könnt ihr das ganze auch bequem mit dem Pro Controller oder im Handheldmodus spielen. Schön wäre es allerdings gewesen, wenn diese Funktion einfach über einen Tastendruck aufrufbar wäre und nicht in einem Menü versteckt.

Ihr könnt euch weitere Schiffe, Waffen und Piloten ebenfalls digital kaufen, wenn ihr wie ich keinen Bock auf noch mehr Plastikkram habt.

Doch eines gleich vorweg um das Spiel durchzuspielen, reicht das Starterpaket auch wenn dadurch der Schwierigkeitsgrad deutlich anzieht und euch die eine oder andere Sidequest durch die Lappen geht.

Wenn eines eurer Schiffe in die Luft fliegt, habt ihr nämlich die Chance einfach in ein anderes zu steigen und an derselben Stelle weiter zu machen. Habt ihr keine Schiffe mehr, geht’s zurück zum letzten Respawn Punkt. Doch keine Sorge das Spiel kann zwar fordernd werden, doch durch das integrierte Level Up System sollte jede Situation machbar sein auch wenn ihr dann ab und an ein wenig Grinden dürft.

Grinden? Hört sich nach Rollenspiel an?! Und damit kommen wir zum eigentlich coolsten Teil des Spieles.

Ziel der etwas seichten Geschichte ist es das Atlas System von der Bedrohung durch die Legion zu befreien. Dabei steht euch das komplette Sonnensystem von Anfang an offen. Ubisoft hat hier eine wirklich gigantische Open World geschaffen. Vom All aus könnt ihr in bester No Mans Sky Manier direkt und ohne Ladebildschirm alle Planeten anfliegen. Es ist wirklich beeindruckend durch die Atmosphäre eines Planeten zu stoßen und schon aus dem Weltraum größere Gebäudesstrukturen zu erkennen.

Auch auf den Planeten bewegt ihr euch völlig frei und hovert entweder über die Oberfläche oder benutzt eure Flugtriebwerke und rast damit durch die Lüfte.

Die meiste Zeit werdet ihr auf den Planeten verbringen wo ein großer Teil der Handlungsmissionen stattfindet. Diese führen euch nach und nach nicht nur in die Steuerung ein, sondern auch in die komplexen Systeme des Spieles.

Die Handlungsmissionen sind tatsächlich überraschend abwechslungsreich und bieten euch neben den typischen Kämpfen schon mal Rätsel und gar Jump and Run Einlagen mit eurem Schiff. Letztere sind leider etwas hakelig und haben mich den ein oder anderen Nerv gekostet.

Der eigentliche Kern des Spieles ist aber ein anderer. Der Konflikt im Atlas System weitet sich nach und nach zu einem Krieg aus und dieser wird nicht nur durch ballern gewonnen. Hier dreht das Spiel so richtig an der Komplexitätsschraube und überraschte mich mit ungeahntem Tiefgang.

Um im Konflikt die überhand zu Gewinnen gilt es nämlich die Planeten und deren Bewohner auf eure Seite zu ziehen. Das geschieht in verschiedenen Formen. So könnt ihr euch in zufällige Angriffe einmischen oder etwa von Seuchen befallene Tiere retten. Der wichtigste Teil ist aber das Übernehmen oder Bauen von verschiedenen Basen.  Helft ihr einer Basis bei einem Problem, schließt diese sich euch an. Je nach Art der Basis forschen diese dann an neuen Mods für euere Waffen oder aber bauen für euch wichtige Rohstoffe ab.

An einigen Stellen könnt ihr auch Basen selbst bauen und so z.B. Sogenannte Arsenale errichten, in denen sich dann Militär stationiert.

Die helfen euch nicht nur bei eueren Missionen, sondern führen teilweise sogar einfach selbst welche aus.

Doch es reicht nicht einfach auf einem Planeten alle Punkte abzuklappern und ihn Stück für Stück zu eurem zu machen. Die Schlacht um das Altas System verläuft nämlich dynamisch. Und während ihr gerade auf einem Planeten euere Streitmächte aufbaut kann ein anderer sicher geglaubter Planet wieder von der Legion überrannt werden. Auf der Karte behaltet ihr aber jederzeit den Überblick wo ihr gerade am meisten gebraucht werdet. Dieses System hat mir ungemein gut gefallen, weil es der Welt eine schöne Dynamik gibt und man das Gefühl hat, dass hier ein wirklicher Konflikt ausgefochten wird.

Noch besser gefiel mir aber das Hierarchie System der Gegner. Riesige Dreadnought Schlachtschiffe werfen aus dem All gigantische käferartige Primes ab, die wiederrum sogenannte Extraktoren in die Planeten rammen um Ressourcen abzubauen, welche von Fußtruppen und Sonden geschützt werden.

Jede der Einheiten baut auf der anderen auf. Je mehr ihr die einen Einheiten schwächt, desto besser werden eure Chancen auch gegen einen der Dreadnoughts zu bestehen.  

Es ist schon ein cooles Erlebnis, wenn ihr euch entschließt Gegen einen Prime vorzugehen und plötzlich mischen sich euere vorher Rekrutierten Einheiten in den Kampf ein.

Und wenn ihr eueren ersten Dreadnought aus dem All fegt, werdet ihr mit Sicherheit ein Grinsen auf eurem Gesicht haben.

Problemtisch an der Sache ist aber, dass praktisch jeder Planet den gleichen Ablauf hat und ihr eigentlich immer und immer wieder das gleiche macht. Klar, optisch sehen die Planeten alle sehr verschieden aus und Gegner ändern auch immer wieder ihre Angriffsmuster und Taktiken, aber am Ende werdet ihr viel Zeit mit immer wiederkehrenden Gameplayelementen verbringen. Mich persönlich hat das wenig gestört da ich das Kerngameplay einfach sehr geil fand, aber es könnte dem ein oder anderen mit Sicherheit zu repetitiv werden.

Technisch haut Ubisoft mit Starlink richtig auf die Kacke. Klar auf den stationären HD-Schleudern der Konkurrenz sieht das Spiel nochmals schöner aus, aber die sind halt auch nicht portabel und so mit könnt ihr das das Altas System nur vom Sofa aus Erkunden. Auf der Switch habt ihr dieses gigantische Universum aber einfach jederzeit dabei und es sieht dabei auch noch unglaublich gut aus.

Egal ob am TV oder im Handheld Modus, dieses Spiel ist einfach eine Augenweide. Wenn ihr über in der Sonne glitzernde Seen rauscht an gigantischen Tieren und merkwürdigen Pflanzen vorbei und während ihr am Himmel hängende Raumschiffe seht fühlt ihr euch wie mitten in einer ganz großen Science-Fiction Oper.  Starlink ist definitiv eines der schönsten Spiele für die Switch auch wenn es wie gesagt Federn lassen musste. So gibt es deutlich wahrnehmbare Popups von Objekten als auch Texturen. Diese stören aber selten den unglaublich großartigen Gesamteindruck.

Die Handlung findet meist direkt im Spiel über die Kommunikation mit dem Rest eueres Teams statt, aber auch in aufwendig produzierten CGI Filmchen die leider etwas verpixelt daherkommen. Hier wurde wohl um Speicherplatz zu sparen, ein wenig zu sehr komprimiert.

Die deutschen Sprecher sind auf gewohnt hohem UbiSoft Niveau und der Soundtrack passt wunderbar. Wenn Fox seine Special Attacke einsetzt und dazu Musik aus dem originalen Star Fox erschallt, dürfte jedem Fan das Herz aufgehen.

Das StarFox Team ist übrigens komplett in die Handlung eingebaut worden und hat sogar einen komplett eigenen Story Strang, der ebenfalls exklusiv auf der Switch zu finden ist.

Die Story ist wie schon erwähnt jetzt eher dünn und erinnert in ihrer Machart and Samstagmorgen Cartoons aus den 90 Jahren, aber damit trägt sie auch irgendwie zum Charme des Spieles bei.

 

 

So das war jetzt ganz schön viel Text, aber wie gesagt Starlink ist dann doch überraschend Komplex.

Mir persönlich gefällt das Spiel unglaublich gut und ich kann es gar nicht mehr aus der Hand legen.

Immer wieder löse ich mich von der Haupthandlung und verliere mich im Schlachtgetümmel um die verschiedenen Planeten, ertappe mich dabei wie ich einfach über die wunderschöne Landschaft fliege und weitere Ressourcen für meine Flotte abbaue.

In den verschachtelten Menüs baue ich mehr und mehr am unserem Basisschiff oder experimentiere mit verschieden Mods an meinen Waffen herum. Die Steuerung ist zwar komplex und erstmal etwas ungewöhnlich, aber nach kurzer Zeit habt ihr euch da reingefuchst und dürftet selbst in haarigen Situationen euere Schiffe unter Kontrolle haben.

Starlink ist wirklich ein unglaublicher Spaß, vor allem für Science-Fiction Fans wie mich und bekommt von mir eine klare Kaufempfehlung.

Negativ sei noch die heftige Preispolitik bei den Zusatzinhalten zu erwähnen. Während einzelne Schiffe im Handel 30 Euro kosten sind sie zwar mit 14,99 wesentlich billiger in ihrer digitalen Form, aber auch das ist ne ganz schöne Hausnummer.

Die Waffenpakete sind da schon wesentlich billiger und da rate ich auch durchaus zu einem Kauf. Denn die ein oder andere Nebenmission ist einfach ohne eine bestimmte Waffe nicht machbar.

Für 3,99 bekommt ihr digital 2 Waffen und dürfet wenn ihr schlau einkauft mit einem Paket alles haben was ihr braucht.

So und jetzt habe ich genug geschrieben, ich muss noch einen Dreadnought vom Himmel fegen.

 

David Maihöfer aka DADA




Lade Informationen...
Informationen zum Spiel
Keine Spieleinformationen

Zufälliger Artikel:

Code Of Princess Ex

0 Kommentar(e) auf "Starlink: Battle for Atlas"




Lasse einen Kommentar da

Dein Name
Deine Email
Dein Kommentar